Welche Kosten wirklich anfallen – und welche nur im Fonds verrechnet werden
Viele Anleger erhalten vor einer Fondsorder im ebase-Depot (FNZ Bank SE) eine sogenannte transaktionsbezogene Kosteninformation. Die dort ausgewiesenen Beträge wirken auf den ersten Blick hoch und komplex. Schnell entsteht der Eindruck, jede einzelne Position würde direkt vom Konto abgebucht.
Tatsächlich zeigt die Kosteninformation jedoch verschiedene Kostenarten – einige fallen tatsächlich an, viele werden hingegen innerhalb des Fondsvermögens verrechnet. Wer die Struktur versteht, kann die tatsächliche Belastung realistisch einschätzen.
Vertriebsprovision – der klassische Ausgabeaufschlag
Die Vertriebsprovision entspricht dem bekannten Ausgabeaufschlag. Diese wird beim Kauf von Fondsanteilen erhoben und dient der Vergütung des Vertriebs.
Nicht jeder Vermittler rabattiert diesen Ausgabeaufschlag vollständig. Wird das Depot jedoch über PROfinance geführt, fallen diese Kosten in der Regel nicht an, da Fonds üblicherweise ohne Ausgabeaufschlag erworben werden können.
In der Kosteninformation wird die Vertriebsprovision als Teil der Erwerbskosten ausgewiesen – selbst wenn diese im konkreten Fall 0,00 % beträgt.
Depotführungsentgelt – erscheint bei jeder Information, wird aber nicht pro Transaktion berechnet
Das Depotführungsentgelt wird in jeder transaktionsbezogenen Kosteninformation aufgeführt. Laut Erläuterung der FNZ handelt es sich dabei um einen Durchschnittswert auf Basis der vorjährig vereinnahmten Entgelte
Wichtig: Das Depotführungsentgelt wird nicht pro Transaktion erhoben. Es fällt als pauschales Entgelt an (quartalsweise berechnet) und wird deshalb in der Kostenzusammenfassung nicht als unmittelbarer Transaktionsabzug berücksichtigt
Die wiederholte Darstellung dient der Transparenz – nicht der mehrfachen Belastung.
Laufende Vertriebsprovision – im Fonds enthalten
Die laufende Vertriebsprovision ist eine Bestandsvergütung, die aus den laufenden Fondskosten gezahlt wird. Sie wird also innerhalb des Fonds errechnet und nicht separat vom Anlegerkonto eingezogen.
Für Anleger bedeutet das: Diese Position erscheint in der Übersicht, stellt aber keine zusätzliche Abbuchung dar.
Über PROfinance wird ein Teil dieser Bestandsvergütung im Rahmen des Fonds-Cashbacks teilweise an den Anleger zurückerstattet.
Laufende Fondskosten, Transaktionskosten der Fonds und anlassbezogene Kosten
Auch folgende Positionen werden im Fondsvermögen verrechnet und sind nicht separat vom Anleger zu zahlen:
Laufende Fondskosten – Verwaltungs- und Managementkosten des Fonds.
Transaktionskosten der Fonds – Kosten, die beim Wertpapierhandel innerhalb des Fonds entstehen.
Anlassbezogene Kosten – z. B. Performance Fees bei Erreichen definierter Erfolgsschwellen.
Diese Kosten mindern die Wertentwicklung des Fondsanteils, werden jedoch nicht als separate Belastung vom Depot abgezogen.
Transaktionskosten – relevant beim ETF-Handel
Die Position Transaktionskosten betrifft vor allem den Handel von ETF. Bei klassischen Investmentfonds werden keine Transaktionskosten berechnet.
Umrechnung von Fremdwährungen – nur bei Nicht-Euro-Fonds
Die Umrechnung von Fremdwährungen fällt an, wenn die Fondswährung nicht auf Euro lautet. In diesem Fall erfolgt die Währungsumrechnung zum jeweiligen Devisenkurs. Ist der Fonds in Euro notiert, bleibt diese Position bei 0,00 €.
Warum die Gesamtkosten oft höher wirken als die reale Belastung
Die FNZ ist gesetzlich verpflichtet, sämtliche Kostenbestandteile transparent darzustellen. Deshalb werden sowohl Dienstleistungskosten als auch Produktkosten separat aufgeführt.
Da jedoch ein Großteil dieser Positionen innerhalb des Fonds verrechnet wird, entsteht optisch eine höhere Gesamtkostenbelastung, als tatsächlich direkt vom Anlegerkonto abgebucht wird.
In der Kostenzusammenfassung wird sogar ausdrücklich ausgewiesen, welcher Teil bereits dem Fonds belastet wurde. Genau hier liegt der entscheidende Unterschied.
Welche Vorteile Anleger über PROfinance nutzen können
Wird das ebase-Depot über PROfinance betreut, profitieren Anleger von mehreren strukturellen Vorteilen:
Fonds ohne Ausgabeaufschlag – keine Vertriebsprovision beim Kauf.
Rückerstattung der laufenden Vertriebsprovision über Fonds-Cashback (teilweise).
Treueprämie ab 10.000 € Depotvolumen.
Bonusprogramm ab 50.000 € – auch im Team nutzbar.
Betreuerwechsel ohne Depotwechsel – bestehende Fonds bleiben erhalten.
Keine zusätzlichen Gebühren durch PROfinance.
Tipp: Prüfen Sie, welche Kosten tatsächlich Ihr Konto belasten
Unterscheiden Sie bei der transaktionsbezogenen Kosteninformation konsequent zwischen direkten Depotkosten (z. B. Ausgabeaufschlag oder ETF-Transaktionsentgelt) und fondsinternen Kosten. Eine individuelle Konditionsabfrage hilft, vermeidbare Vertriebsprovisionen zu erkennen und mögliche Rückerstattungen optimal zu nutzen.
Fazit: Kosteninformationen richtig lesen spart unnötige Verunsicherung
Die transaktionsbezogene Kosteninformation der FNZ schafft Transparenz, kann jedoch ohne Einordnung missverständlich wirken. Wer versteht, dass viele Positionen rein rechnerisch innerhalb des Fonds entstehen, erkennt schnell: Die tatsächlich direkt zu tragenden Kosten sind häufig deutlich geringer als es die Gesamtdarstellung vermuten lässt.
FAQ: Die wichtigsten Fragen zur FNZ-Kosteninformation im ebase-Depot
Werden alle ausgewiesenen Kosten direkt vom Depot abgebucht?
Nein. Viele Positionen – insbesondere laufende Fondskosten, Transaktionskosten der Fonds und laufende Vertriebsprovision – werden innerhalb des Fondsvermögens verrechnet.
Warum erscheint das Depotführungsentgelt in jeder Kosteninformation?
Es handelt sich um einen ausgewiesenen Durchschnittswert zur Transparenz. Das Entgelt wird pauschal berechnet und nicht pro Transaktion erhoben.
Wie kann ich Vertriebsprovisionen vermeiden?
Wenn Ihr ebase-Depot über PROfinance betreut wird, können Fonds in der Regel ohne Ausgabeaufschlag erworben werden. Zusätzlich kann ein Teil der laufenden Vertriebsprovision erstattet werden.