Rechtsanwalt Dirk-Ulrich Greiser & Adler Group: Was wirklich in den Schreiben 2021 stand

Steglitzer Kreisel: Acht Schreiben, ein Muster – und was die Gerichte später dazu sagten

Im Streit um den Steglitzer Kreisel spielen die Schreiben aus dem Jahr 2021 eine zentrale Rolle.

Zwischen April und September 2021 richtete der von der Adler Group beauftragte Berliner Rechtsanwalt Dirk-Ulrich Greiser acht Schreiben an den Käufer André Gaufer.

Diese Schreiben zeigen bei genauer Analyse ein wiederkehrendes Muster – und stehen im deutlichen Spannungsverhältnis zu späteren gerichtlichen Entscheidungen.

Der Ausgangspunkt: Aufbau eines Narrativs

Bereits im ersten Schreiben vom 22. April 2021 wird eine zentrale Linie erkennbar:

  • angebliche „Unklarheiten“
  • Hinweis auf notwendige „Mitwirkung“ des Käufers
  • Andeutung, der Vertrag könne gefährdet sein

Hier beginnt die Einführung eines neuen Begriffs: „Kooperationspflicht“.

Phase 1: Konstruktion einer Pflichtverletzung

In den folgenden Schreiben (Mai bis Juni 2021) wird diese Argumentation ausgebaut:

  • wiederholte Behauptung mangelnder Kooperation
  • Darstellung eines „dringenden Klärungsbedarfs“
  • Androhung rechtlicher Konsequenzen

Zielrichtung: Der Käufer wird als Ursache möglicher Probleme dargestellt.

Phase 2: Eskalation durch rechtliche Drohkulisse

Im Schreiben vom 17. Juni 2021 wird der Ton deutlich verschärft:

  • Hinweis auf mögliche rechtliche Konsequenzen
  • erneute Forderung nach Mitwirkung
  • Verstärkung des Drucks

Es entsteht eine Situation, in der der Käufer reagieren soll – obwohl die vertragliche Pflicht zur Leistung bei der Adler Group lag.

Phase 3: Der Rücktritt – zentraler Wendepunkt

Am 27. Juli 2021 folgt der entscheidende Schritt:

Die Adler Group erklärt den Rücktritt vom Vertrag.

Begründung:

  • angebliche Unmöglichkeit der Vertragserfüllung
  • behauptete Pflichtverletzung des Käufers

Was die Gerichte später feststellten

Die gerichtlichen Entscheidungen kamen zu einem klaren Ergebnis:

  • Der Rücktritt war unwirksam
  • Eine Unmöglichkeit lag nicht vor
  • Eine Pflichtverletzung des Käufers bestand nicht

Damit wurde die zentrale Argumentationslinie nachträglich widerlegt.

Phase 4: Verfestigung der Darstellung

In den Schreiben vom August 2021 wird die Argumentation weiter zugespitzt:

  • „Unmöglichkeit der Leistung steht fest“
  • „kein Anspruch auf Vormerkung“
  • „Vertrag beendet“

Die Situation wird als endgültig dargestellt – obwohl sie rechtlich nicht geklärt war.

Phase 5: Psychologischer Druck

In den letzten Schreiben (August bis September 2021) zeigt sich ein weiterer Aspekt:

  • Aufforderung, den Rücktritt zu „akzeptieren“
  • Darstellung einer angeblich abgeschlossenen Rechtslage
  • Verantwortungszuweisung an den Käufer

Ziel: Erzeugung von Resignation und Aufgabe der eigenen Rechtsposition

Das wiederkehrende Muster

Aus allen acht Schreiben ergibt sich eine klare Struktur:

1. Einführung eines Problems

„Unklarheiten“, „Mitwirkungspflichten“

2. Verschiebung der Verantwortung

Käufer als Ursache der Verzögerung

3. Aufbau von Druck

rechtliche Konsequenzen, Risiken

4. Konstruktion eines Rücktritts

Erklärung einer Vertragsbeendigung

5. Verfestigung

Darstellung als endgültige Rechtslage

Der entscheidende Punkt: Abweichung zur späteren Rechtsprechung

Die spätere Bewertung durch die Gerichte zeigt:

  • Die Vertragserfüllung war möglich
  • Die Adler Group war verpflichtet
  • zentrale Behauptungen waren nicht tragfähig

Damit entsteht ein deutlicher Widerspruch zwischen Darstellung und rechtlicher Bewertung.

Warum diese Schreiben heute noch relevant sind

Die Bedeutung der Greiser-Schreiben geht über den Einzelfall hinaus:

  • Sie bilden die Grundlage für die spätere Argumentationslinie
  • und zeigen, wie früh bestimmte Narrative etabliert wurden
  • die Jahre später in ähnlicher Form wieder auftauchen

Verbindung zur aktuellen Situation

Die Parallelen zu den Schreiben aus dem Jahr 2026 sind auffällig:

  • 2021: „Unmöglichkeit“
  • 2026: „wirtschaftlich nicht darstellbar“

Unterschiedliche Begriffe – ähnliche Stoßrichtung

Fazit: Ein Muster mit Signalwirkung

Die Analyse der acht Schreiben zeigt:

  • wiederkehrende Argumentationsstrukturen
  • schrittweise Eskalation
  • deutliche Abweichungen zur späteren Rechtsprechung

Die Schreiben werfen die Frage auf, ob hier ein systematisches Vorgehen erkennbar ist.

Die zentrale Frage bleibt

Warum wurden Argumente verwendet, die später durch Gerichte nicht bestätigt wurden?

Und: Welche Auswirkungen hatte diese Kommunikation auf die betroffenen Käufer?

FAQ: Rechtsanwalt Greiser, Adler Group und Schreiben 2021

Wer ist Dirk-Ulrich Greiser?
Ein Berliner Rechtsanwalt, der 2021 im Auftrag der Adler Group im Zusammenhang mit dem Steglitzer Kreisel tätig war.

Wie viele Schreiben wurden 2021 versendet?
Insgesamt acht Schreiben zwischen April und September 2021.

Was war die zentrale Argumentation?
Dass die Vertragserfüllung angeblich unmöglich sei und der Käufer seine Pflichten nicht erfüllt habe.

Was haben die Gerichte dazu entschieden?
Sie haben festgestellt, dass diese Argumentation nicht tragfähig war und der Vertrag fortbesteht.

Warum sind die Schreiben heute relevant?
Weil sie ein Muster zeigen, das auch in späteren Entwicklungen wieder auftaucht.

Gab es Druck auf den Käufer?
Die Schreiben enthalten Elemente, die als Aufbau von rechtlichem und wirtschaftlichem Druck interpretiert werden können.

Welche Rolle spielt der Rücktritt vom Vertrag?
Er war zentraler Bestandteil der Argumentation, wurde aber später als unwirksam bewertet.

Was ist die zentrale Erkenntnis aus den Schreiben?
Dass Darstellung und tatsächliche rechtliche Bewertung deutlich auseinandergehen können.

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