Wie sich PROfinance und Plansecur bei Kosten, Beratung, Depotstruktur und laufender Rückvergütung unterscheiden – und worauf Anleger achten sollten
Viele Anleger stehen vor der Frage, ob sie ihr Vermögen eigenständig und kosteneffizient verwalten oder auf eine ganzheitliche Finanzberatung setzen sollen. In diesem Zusammenhang tauchen häufig Anbieter wie Plansecur und PROfinance auf. Beide verfolgen unterschiedliche Ansätze – und genau darin liegt der entscheidende Unterschied.
Während Plansecur als unabhängiger Finanzberater und Makler auf eine umfassende Betreuung setzt, richtet sich PROfinance gezielt an selbstentscheidende Anleger, die ihre Fondsinvestments kosteneffizient optimieren möchten.
Ein sachlicher Vergleich hilft dabei, die Unterschiede klar zu verstehen – insbesondere bei Kostenstruktur, Vergütung und langfristiger Renditewirkung.
Plansecur: Ganzheitliche Finanzberatung und individuelles Lösungskonzept
Plansecur positioniert sich als unabhängiger Finanzberater und arbeitet nach eigener Darstellung mit verschiedenen Banken, Produktanbietern und Plattformen zusammen. Anders als klassische Fondsvermittler bietet Plansecur kein standardisiertes Depotmodell mit festen Konditionen, sondern entwickelt individuelle Finanzlösungen für Kunden.
Typischerweise umfasst das Leistungsspektrum:
- Vermögensaufbau und Geldanlage
- Altersvorsorge (z. B. Rentenlösungen)
- Versicherungen
- Finanzierungen und Immobilien
Damit handelt es sich um einen klassischen Finanzmakler-Ansatz („Allfinanz-Modell“), bei dem der Berater verschiedene Produkte kombiniert und den Kunden umfassend betreut.
Für Anleger bedeutet das jedoch auch: Es gibt keine einheitlichen Konditionen, da diese von der jeweiligen Bank, dem Produkt und der individuellen Beratung abhängen.
Kostenstruktur bei Plansecur: abhängig von Produkt, Bank und Vergütungsmodell
Die Kostenstruktur bei Plansecur ist nicht pauschal festgelegt, sondern ergibt sich aus mehreren Bausteinen. Nach den vorliegenden Informationen kann die Vergütung auf unterschiedliche Weise erfolgen:
- Provisionen (Courtage) durch Produktanbieter
- Honorarmodelle (individuell vereinbart)
- Kombinationen aus beidem
Die Vergütung erfolgt dabei in der Regel – wie im Markt üblich – über den jeweiligen Produktanbieter. Das bedeutet: Kosten können in Produkten enthalten sein (z. B. in Fonds oder Versicherungsprämien) und werden nicht immer direkt separat ausgewiesen.
Zusätzlich können – je nach Lösung – weitere Kostenbestandteile entstehen:
- Depot- und Bankkosten (z. B. fixe Gebühren oder prozentual p. a.)
- Transaktionskosten für Käufe und Verkäufe
- Produktkosten (z. B. TER bei Fonds, Ausgabeaufschläge)
- Beratungskosten (bei Honorarvereinbarung)
Welche Kosten im Einzelfall anfallen, hängt stark von der gewählten Lösung ab. Eine pauschale Aussage ist daher nicht möglich.
PROfinance: Fokus auf kosteneffizienten Fondskauf und Fonds-Cashback
PROfinance verfolgt einen deutlich anderen Ansatz. Im Mittelpunkt steht nicht die ganzheitliche Beratung, sondern die Optimierung von Fondsinvestments für Selbstentscheider.
Das Modell basiert auf klar definierten und transparenten Konditionen:
- 100 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag
- Zugang zu mehreren Depotbanken (z. B. FNZ Bank, FFB, Fondsdepot Bank, comdirect, DAB BNP Paribas)
- Treueprämie (Fonds-Cashback)
- Bonusprogramm zur Steigerung der Rückvergütung
Nach Eigendarstellung können Anleger bei PROfinance je nach Modell bis zu 99 % der Bestandsprovision zurückerhalten. Damit wird ein Teil der laufenden Kostenbestandteile aktiv an den Anleger zurückgeführt.
Dieses Modell richtet sich gezielt an Anleger, die ihre Investmententscheidungen selbst treffen und den Fokus auf Kostenoptimierung und Nettorendite legen.
Der zentrale Unterschied: Beratung vs. Kostenoptimierung
Der Vergleich zwischen Plansecur und PROfinance ist weniger ein klassischer „besser oder schlechter“-Vergleich, sondern vielmehr ein Vergleich zweier grundlegend unterschiedlicher Ansätze.
Plansecur bietet eine umfassende Beratung, bei welcher der Berater den Kunden aktiv begleitet, Produkte auswählt und eine Gesamtstrategie entwickelt. Die Vergütung erfolgt typischerweise über Provisionen oder Honorare.
PROfinance verzichtet bewusst auf eine individuelle Anlageberatung und richtet sich an Selbstentscheider. Im Fokus steht die Reduzierung laufender Kosten durch Rückvergütung.
Für Anleger bedeutet das: Die Entscheidung hängt stark davon ab, ob sie Beratung wünschen oder ihre Investments eigenständig steuern möchten.
Kostenwirkung im Zeitverlauf: laufende Vergütung vs. Rückvergütung
Ein wesentlicher Unterschied zeigt sich bei der langfristigen Kostenwirkung.
Bei einem klassischen Maklermodell wie Plansecur können Vergütungen – je nach Produkt – in den laufenden Kosten enthalten sein. Diese wirken über die Haltedauer und beeinflussen die Nettorendite.
PROfinance setzt genau an diesem Punkt an und führt einen Teil dieser laufenden Vergütungen an den Anleger zurück. Dadurch kann sich die effektive Kostenbelastung über die Zeit reduzieren.
Gerade bei langfristigen Anlagen kann dieser Unterschied wirtschaftlich relevant sein.
Vergleich PROfinance vs. Plansecur im Überblick
| Kriterium | Plansecur | PROfinance |
|---|---|---|
| Ansatz | Finanzberatung / Makler | Selbstentscheider-Modell |
| Ausgabeaufschlag | produktabhängig | 100 % Rabatt |
| Depotbanken | verschiedene (individuell) | mehrere feste Partnerbanken |
| Depotgebühren | abhängig von Bank/Produkt | je nach Modell kompensierbar |
| Vergütungsmodell | Provision oder Honorar | Rückvergütung (Cashback) |
| Fonds-Cashback | nein | ja |
| Treueprämie | nicht dargestellt | ja |
| Bonusprogramm | nein | ja |
| Schwerpunkt | Beratung & Gesamtstrategie | Kostenoptimierung & Nettorendite |
Was kosten teure Berater in der Praxis? Ein typisches Beispiel
Viele klassische Beratermodelle arbeiten weiterhin mit Ausgabeaufschlägen von bis zu 5 %. Manchmal wird der Ausgabeaufschlag zwar teilweise erlassen – dafür wird aber ein anderes Vergütungsmodell genutzt: Bei manchen Konzepten zahlen Anleger stattdessen eine laufende Betreuungsgebühr, z. B. 1,5 % p.a. vom Depotbestand. Bei einem Depotwert von 100.000 € wären das bereits 1.500 € pro Jahr – unabhängig davon, ob Sie tatsächlich Beratung in Anspruch nehmen oder nicht. Selbst wenn Ausgabeaufschläge reduziert werden und teilweise Bestandsprovisionen zurückgegeben werden, können solche laufenden Gebühren langfristig deutlich stärker ins Gewicht fallen als viele Anleger erwarten.
Viele klassische Berater arbeiten weiterhin mit Ausgabeaufschlag. Bei einer Einmalanlage von 250.000 € bedeutet das bei 5%: 12.500 € fließen sofort als Gebühr ab – und stehen nicht mehr für die Rendite zur Verfügung.
Beispiel: 250.000 € Einmalanlage mit 5 % Ausgabeaufschlag → investiert werden nur 237.500 €. Die 12.500 € sind direkte Kosten.
Bei der FFB erhalten Anleger über PROfinance 0 % Ausgabeaufschlag beim Fondskauf. Zusätzlich profitieren sie ab einem Fondsbestand von 10.000 € von einer Treueprämie (Fonds-Cashback). Ab 50.000 € Fondsbestand greift zusätzlich das Bonusprogramm. Dadurch kann sich die jährliche Rückvergütung – je nach Depotgröße – auf mehrere hundert bis mehrere tausend Euro pro Jahr erhöhen.
Modellrechnung (10 Jahre): 100.000 € und 250.000 € im Vergleich: FFB mit 5 % Ausgabeaufschlag vs. PROfinance (0 % + Cashback)
Gerade bei großen Depots wird sichtbar, was Ausgabeaufschläge „still“ kosten können.
Annahmen:
✔ Einmalanlage
✔ Betrachtungszeitraum: 10 Jahre
✔ Wertentwicklung: 6 % p.a. (Modellannahme)
✔ Fonds-Cashback bei PROfinance: 0,55 % p.a. (Modellwert; deshalb überall „ca.“)
✔ Werte sind auf ganze Euro gerundet
Die folgende Modellrechnung zeigt, wie sich ein Ausgabeaufschlag von 5 % bei einer Einmalanlage von 100.000 € über 10 Jahre auf das Gesamtvermögen auswirken kann – im Vergleich zu 0 % Ausgabeaufschlag und Fonds-Cashback über PROfinance.
| Kriterium | FFB (5 % Ausgabeaufschlag) | PROfinance (0 % + Cashback) |
|---|---|---|
| Einmalanlage | 100.000 € | 100.000 € |
| Ausgabeaufschlag | 5 % = 5.000 € | 0 % = 0 € |
| Investierter Betrag | 95.000 € | 100.000 € |
| Depotwert nach 10 Jahren (6 % p.a.) | ca. 170.131 € | ca. 179.085 € |
| Fonds-Cashback (0,55 %) über 10 Jahre | – | ca. 7.684 € |
| Gesamtvermögen nach 10 Jahren | 170.131 € | 186.769 € |
| Mehrwert PROfinance | +16.638 € | |
Bei einer größeren Einmalanlage von 250.000 € wird der Kosteneffekt noch deutlicher: Die Modellrechnung verdeutlicht, wie stark Ausgabeaufschläge und laufende Rückvergütungen das langfristige Ergebnis beeinflussen können.
| Kriterium | FFB (5 % Ausgabeaufschlag) | PROfinance (0 % + Cashback) |
|---|---|---|
| Einmalanlage | 250.000 € | 250.000 € |
| Ausgabeaufschlag | 5 % = 12.500 € | 0 % = 0 € |
| Investierter Betrag | 237.500 € | 250.000 € |
| Depotwert nach 10 Jahren (6 % p.a.) | ca. 425.326 € | ca. 447.712 € |
| Fonds-Cashback (0,55 %) über 10 Jahre | – | ca. 19.211 € |
| Gesamtvermögen nach 10 Jahren | 425.326 € | 466.923 € |
| Mehrwert PROfinance | +41.597 € | |
Gerade bei langfristigen Anlagen kann dieser Unterschied – bei identischem Fonds – mehrere tausend Euro ausmachen.
Beispiel: Fonds-Cashback & Treueprämie im FFB Depot
Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft, wie hoch die jährliche Treueprämie (Rückvergütung der Bestandsprovision) bei ausgewählten Fonds im FFB-Depot ausfallen kann.
Ab einem Fondsbestand von 50.000 € greift zusätzlich das PROfinance Bonusprogramm. Dadurch erhöht sich die Rückvergütung stufenweise über die reine Treueprämie hinaus.
✔ ab 50.000 €: Treueprämie +20 % Bonus
✔ ab 100.000 €: Treueprämie +30 % Bonus
✔ ab 250.000 €: Treueprämie +40 % Bonus
✔ ab 500.000 €: Treueprämie +50 % Bonus (bis zu 99 % Rückvergütung möglich)
| ISIN | Fonds | TP p.a. | 10.000 € | 25.000 € | 50.000 € (inkl. Bonus) | 100.000 € (inkl. Bonus) | 250.000 € (inkl. Bonus) | 500.000 € (inkl. Bonus) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| LU0323578657 | Flossbach von Storch SICAV – Multiple Opportunities R | 0,33 % | 33 € | 82,50 € | 198 € | 429 € | 1.155 € | 2.475 € |
| FR0010148981 | Carmignac Investissement A EUR acc | 0,39 % | 39 € | 97,50 € | 234 € | 507 € | 1.365 € | 2.925 € |
| LU0099574567 | Fidelity Funds – Global Technology Fund A (EUR) | 0,37 % | 37 € | 92,50 € | 222 € | 481 € | 1.295 € | 2.775 € |
| LU0552385295 | Morgan Stanley INVF Global Opportunity Fund (USD) A | 0,46 % | 46 € | 115 € | 276 € | 598 € | 1.610 € | 3.450 € |
Je nach Depotgröße können sich so mehrere hundert bis mehrere tausend Euro pro Jahr ergeben.
Bonusprogramm: Fonds günstig kaufen – auch im Familienverbund
Ein besonderes Merkmal von PROfinance ist das Bonusprogramm. Mehrere Depots können zu einem Team zusammengefasst werden – etwa von Familie oder Freunden.
✔ gesamtes Fondsvolumen zählt
✔ höhere Bonusstufe durch Teamvolumen
✔ gleicher Bonus für alle Teammitglieder
Praxisbeispiel: Eine Familie aus Stuttgart bündelte mehrere FFB Depots. Heute profitieren mehrere Personen gemeinsam von der höchsten Bonusstufe und erhalten nahezu 99 % der Bestandsprovision zurück – automatisch und ohne Gebühren. Mehr Infos: Bonus & Prämien bei PROfinance
Vor dem Fondskauf kurz Konditionen prüfen
Wenn Sie bereits konkrete Fonds/ISINs im Blick haben: Prüfen Sie vorab, ob und in welcher Höhe diese Fonds cashbackfähig sind. Das geht schnell und unverbindlich über die Konditionsübersicht: Jetzt Fonds-Konditionen prüfen
Tipp: Beratungskosten vs. laufende Kosten im Blick behalten
Wer Angebote vergleicht, sollte nicht nur auf sichtbare Kosten achten. Gerade bei provisionsbasierten Modellen können Kostenbestandteile in Produkten enthalten sein und langfristig wirken.
Für Anleger ist es daher sinnvoll, sowohl die einmaligen als auch die laufenden Kosten zu betrachten und diese in Relation zum eigenen Anlageverhalten zu setzen.
Fazit: Unterschiedliche Ansätze für unterschiedliche Anlegertypen
Plansecur und PROfinance verfolgen zwei unterschiedliche Ansätze im Finanzmarkt.
Plansecur richtet sich an Anleger, die eine ganzheitliche Beratung wünschen und bereit sind, für diese Leistung indirekt oder direkt zu zahlen – entweder über Provisionen oder über ein Honorar.
PROfinance richtet sich an Anleger, die ihre Investmententscheidungen selbst treffen und dabei gezielt ihre laufenden Kosten optimieren möchten. Durch das Fonds-Cashback kann ein Teil der laufenden Kosten an den Anleger zurückfließen.
Welche Lösung besser passt, hängt stark von den individuellen Anforderungen ab. Wer Beratung benötigt, findet bei einem Maklermodell passende Lösungen. Wer hingegen eigenständig investiert und Kosten optimieren möchte, sollte Modelle mit laufender Rückvergütung in Betracht ziehen.
Eine pauschale Bewertung ist nicht sinnvoll – entscheidend ist, welches Modell langfristig zur eigenen Strategie passt.
FAQ: PROfinance vs. Plansecur
Ist Plansecur ein Fondsvermittler?
Nein. Plansecur agiert als Finanzmakler und bietet eine ganzheitliche Beratung über verschiedene Produktbereiche hinweg.
Welche Kosten entstehen bei Plansecur?
Die Kosten hängen vom jeweiligen Produkt, der Bank und dem gewählten Vergütungsmodell ab. Möglich sind Provisionen, Honorare sowie produktinterne Kosten.
Gibt es bei Plansecur Fonds-Cashback?
Ein Modell zur laufenden Rückvergütung von Bestandsprovisionen wird nicht dargestellt.
Was ist der Vorteil von PROfinance?
PROfinance kombiniert den Wegfall des Ausgabeaufschlags mit einer laufenden Rückvergütung (Fonds-Cashback).
Für wen eignet sich Plansecur?
Für Anleger, die eine umfassende Beratung und eine ganzheitliche Finanzstrategie wünschen.
Für wen eignet sich PROfinance?
Für Anleger, die eigenständig investieren und ihre laufenden Kosten optimieren möchten.
Warum ist die Kostenstruktur so wichtig?
Weil laufende Kosten über Jahre wirken und die Nettorendite maßgeblich beeinflussen können.