Welche Kosten Anleger wirklich tragen – und welche nur intern verrechnet werden
Viele Fondsanleger erschrecken, wenn sie ihre Vorab-Kosteninformation der FIL Fondsbank (FFB) erhalten. Die ausgewiesenen Gesamtbeträge wirken hoch und vermitteln schnell den Eindruck, dass jede einzelne Position direkt vom eigenen Konto abgebucht wird. Tatsächlich entsteht hier jedoch häufig ein verzerrtes Bild.
Ein genauer Blick zeigt: Ein Großteil der ausgewiesenen Kosten wird innerhalb des Fondsvermögens verrechnet und nicht separat vom Anleger belastet. Nachfolgend erklären wir die einzelnen Kostenarten verständlich und praxisnah.
Transaktionskosten – nur bei Einmalanlagen relevant
Die Position Transaktionskosten bezieht sich auf Kosten der Wertpapierdienstleistung bei der Orderausführung. Wichtig: Diese fallen bei der FFB nur bei Einmalanlagen an, bei Sparplänen hingegen nicht.
Deshalb sehen Anleger in Sparplan-Kosteninformationen häufig 0,00 € in dieser Zeile, obwohl andere Kostenpositionen ausgewiesen werden.
Umrechnung von Fremdwährungen – nur bei nicht-Euro-Fonds
Die Umrechnung von Fremdwährungen fällt nur dann an, wenn die Fondswährung nicht Euro ist. Dann erfolgt die Umrechnung über den jeweiligen Devisenkurs, und die Kosten sind im Umrechnungskurs berücksichtigt.
Ist der Fonds in Euro notiert, bleibt diese Position typischerweise bei 0,00 €.
Abschlussprovision – der Ausgabeaufschlag, den nicht jeder rabattiert
Die Abschlussprovision entspricht dem klassischen Ausgabeaufschlag. Er wird beim Erwerb von Fondsanteilen erhoben und dient der Vergütung von Vertriebsleistungen.
Wichtig für Anleger: Nicht jeder Vermittler rabattiert diesen Ausgabeaufschlag. In der Vorab-Kosteninformation wird daher oft der volle Ausgabeaufschlag unterstellt, sofern kein Rabatt berücksichtigt werden kann.
Wird das Depot über PROfinance geführt, fallen diese Kosten nicht an, da Fonds über PROfinance üblicherweise ohne Ausgabeaufschlag erworben werden können.
Depotführung – wird immer angezeigt, aber nur einmal jährlich berechnet
Die Position Depotführung wird in der Vorab-Kosteninformation regelmäßig aufgeführt. Das kann den Eindruck erwecken, als würde diese bei jeder Transaktion erneut fällig.
Tatsächlich wird die Depotführung jedoch nur einmal jährlich erhoben. Dass sie in einzelnen Vorab-Kosteninformationen auftaucht, liegt an der Art der Darstellung und der gesetzlichen Transparenzlogik – nicht daran, dass die Gebühr bei jeder Order erneut berechnet wird.
Abschlussfolgeprovision – innerhalb des Fonds, nicht als separate Belastung
Die Abschlussfolgeprovision wird nicht vom Anleger separat bezahlt. Sie wird innerhalb des Fonds aus den laufenden Fondskosten errechnet und als Bestandsvergütung an den Vertrieb gezahlt.
Für Anleger bedeutet das: Diese Position erscheint zwar in der Kosteninformation, führt aber nicht zu einer zusätzlichen Abbuchung vom Konto.
Über PROfinance wird ein Teil dieser Bestandsprovision im Rahmen des Fonds-Cashbacks sogar teilweise erstattet.
Laufende Fondskosten, Transaktionskosten der Fonds und anlassbezogene Kosten
Auch die folgenden Positionen werden im Fonds verrechnet und sind vom Anleger nicht als separate Kosten zu tragen:
Laufende Fondskosten – Verwaltungs- und Managementkosten, die täglich anteilig im Anteilspreis berücksichtigt werden.
Transaktionskosten der Fonds – Kosten, die dem Fonds beim Handel von Wertpapieren entstehen und im Fondsvermögen aufgehen.
Anlassbezogene Kosten – z. B. erfolgsabhängige Vergütungen (Performance Fees), die die Kapitalverwaltungsgesellschaft direkt dem Fondsvermögen entnimmt.
Diese Kosten reduzieren langfristig die Wertentwicklung im Fonds, werden aber nicht separat vom Anlegerkonto eingezogen.
Warum die Vorab-Kosteninformation oft ein verzerrtes Bild erzeugt
Die Vorab-Kosteninformation zeigt viele Kostenarten in einer Gesamtsicht, obwohl sie wirtschaftlich unterschiedlich wirken: Ein Teil sind tatsächlich vom Anleger direkt zu zahlende Kosten (z. B. Ausgabeaufschlag oder Depotführung), ein großer Teil wird hingegen innerhalb des Fonds verrechnet.
Dadurch wirkt die Gesamtkostenquote in der Darstellung häufig höher, als die tatsächliche, direkt spürbare Belastung beim Anleger in der Praxis ist.
Welche Vorteile Anleger über PROfinance nutzen können
Wird das FFB-Depot über PROfinance betreut, profitieren Anleger von mehreren Kostenvorteilen und Prozessvereinfachungen:
Fonds ohne Ausgabeaufschlag – keine Abschlussprovision.
Rückerstattung der Bestandsprovision über Fonds-Cashback (teilweise).
Treueprämie ab 10.000 € Depotvolumen.
Bonusprogramm ab 50.000 € – allein oder im Team möglich.
Betreuerwechsel ohne Depotwechsel – Bestände bleiben erhalten.
Keine zusätzlichen Gebühren durch PROfinance.
Tipp: Trennen Sie „direkte Depotkosten“ von „Fonds-internen Kosten“
Wenn Sie Ihre Vorab-Kosteninformation bewerten, trennen Sie konsequent zwischen Kosten, die tatsächlich separat anfallen (z. B. Depotführung und ggf. Ausgabeaufschläge), und Kosten, die im Fondsvermögen verrechnet werden. So erhalten Sie ein realistisches Bild Ihrer echten Belastung – und können über eine Konditionsabfrage gezielt prüfen, ob Ausgabeaufschläge vermeidbar und Bestandsprovisionen erstattungsfähig sind.
Fazit: Die Vorab-Kosteninformation ist transparent – aber ohne Einordnung missverständlich
Die Vorab-Kosteninformation der FFB erfüllt Transparenzpflichten, kann ohne Einordnung aber unnötig verunsichern. Wer versteht, dass viele Positionen fondsintern entstehen und nicht separat bezahlt werden, kann die Kosten realistisch einschätzen und gezielt an den Stellschrauben ansetzen, die die tatsächliche Anlegerbelastung senken.
FAQ: Häufige Fragen zur Vorab-Kosteninformation der FFB
Werden alle in der Vorab-Kosteninformation ausgewiesenen Kosten direkt abgebucht?
Nein. Viele Positionen (z. B. laufende Fondskosten, Transaktionskosten der Fonds und anlassbezogene Kosten) werden innerhalb des Fondsvermögens verrechnet und nicht separat vom Konto abgebucht.
Warum steht die Depotführung in jeder Kosteninformation, obwohl diese nur einmal jährlich anfällt?
Die Depotführung wird zwar jährlich erhoben, aber in der Vorab-Kosteninformation häufig standardmäßig mit ausgewiesen. Das dient der Transparenz, bedeutet aber nicht, dass die Gebühr bei jeder Transaktion erneut berechnet wird.
Wie kann ich verhindern, dass eine Abschlussprovision (Ausgabeaufschlag) anfällt?
Wenn Ihr Depot über PROfinance geführt wird, können Fonds ohne Ausgabeaufschlag erworben werden. Dann entfällt die Abschlussprovision typischerweise vollständig.