Warum der Zeitpunkt Ihrer Order im FFB-Depot über Preis und Abwicklung entscheidet
Wer Fonds oder ETFs im FFB-Depot kauft oder verkauft, erwartet oft „heute noch“ den Preis von heute. Ob das klappt, hängt entscheidend davon ab, wann Ihr Auftrag als „rechtzeitig“ gilt – und über welchen Abwicklungsweg die FFB die Transaktion ausführen lässt.
Orderschlusszeiten (häufig Cut-Off genannt) sind die Zeitpunkte, bis zu denen ein Auftrag eingehen muss, damit er für die nächste Verarbeitung berücksichtigt werden kann. Für Anleger ist das relevant, weil es Einfluss darauf hat, an welchem Tag die Abrechnung erfolgt und welcher Preis (Nettoinventarwert bei Fonds bzw. Marktpreis bei ETFs) zugrunde gelegt wird.
Cut-Off bei der FFB: Warum die Uhrzeit nicht nur „Formalität“ ist
Bei der FFB ist wichtig zu verstehen, dass die Bank je nach Produkt und Abwicklungsweg unterschiedlich arbeitet. Bei klassischen Investmentfonds (ausgenommen ETFs) erfolgt die Abwicklung in der Regel über die jeweilige Kapitalverwaltungsgesellschaft bzw. deren Depotbank; vereinzelt werden alternative Abwicklungswege genutzt (z. B. über Clearstream). Bei ETFs hingegen leitet die FFB Orders an einen Systematischen Internalisierer weiter, der außerbörslich ausführt.
Für Sie als Anleger bedeutet das: Die Orderschlusszeit ist nicht automatisch gleichbedeutend mit „Preisfeststellung“ oder „Ausführung“. Maßgeblich für den zugrunde liegenden Anteilpreis/Marktpreis ist der Tag, zu dem der jeweilige Abwicklungs- bzw. Handelspartner den Auftrag gegenüber der FFB abrechnet (der Ausführungszeitpunkt). Dieser Zeitpunkt und der zugrunde liegende Preis liegen nicht im Einflussbereich der Bank.
Investmentfonds (ohne ETF): Cut-Off wirkt vor allem auf das Preisdatum (NAV)
Bei Investmentfonds wird üblicherweise zum Nettoinventarwert (NAV) abgerechnet, der gesetzlich geregelt ermittelt wird. Kauf und Rückgabe werden zu den Preisen abgerechnet, die von der jeweiligen Abwicklungsstelle festgelegt werden.
In der Praxis heißt das: Entscheidend ist, ob Ihr Auftrag rechtzeitig in die Verarbeitung gelangt, damit er in die nächste Abrechnung des Emittenten/der Depotbank einfließt. Ein später eingehender Auftrag kann auf die nächste Abrechnung „rutschen“ – und damit auf ein anderes Preisdatum. Konkrete Uhrzeiten für Fonds-Cut-Offs können je Fonds/Abwicklungsweg variieren; daher sollten Anleger hier besonders auf die im Depotprozess ausgewiesenen Annahmezeiten achten, statt von einer „einheitlichen Tagesfrist“ auszugehen.
ETFs bei der FFB: Zwei Modelle – und Cut-Off ist hier sehr konkret
Für ETF-Transaktionen beschreibt die FFB zwei Modelle, die sich in der Bedeutung der Uhrzeit deutlich unterscheiden: ETF-Sammelorder und ETF-Direkthandel.
| Modell | Was passiert praktisch? | Orderschlusszeiten / Zeitfenster | Wichtiger Anlegerhinweis |
|---|---|---|---|
| ETF-Sammelorder | FFB bündelt Kundenorders zu Sammel-Kauf/Verkauf und leitet diese zur Ausführung weiter. | FFB erstellt Sammelorders zu 10:45 Uhr und 16:00 Uhr (Bankgeschäftstage). | Bis zur Weiterleitung/Ausführung kann es Preisbewegungen geben; die Bündelung kann für einzelne Kunden nachteilig sein. |
| ETF-Direkthandel | Sie fragen bei Online-Auftragserfassung einen Preis an, sehen den Ausführpreis und geben zum angezeigten Preis den Auftrag ab. | Möglich innerhalb 09:00 bis 17:30 Uhr. | Es gibt ein Anfechtungsrecht bei „Mistrade“ (offenkundig nicht marktgerechter Preis); in Ausnahmefällen kann Ausführung abgelehnt werden (z. B. Aussetzung Handel, höhere Gewalt). |
Typische Missverständnisse: „Abgabezeit“ ist nicht automatisch „Ausführungszeit“
Ein häufiger Denkfehler ist, dass die Uhrzeit Ihrer Order automatisch den Ausführungskurs „fixiert“. Bei der FFB ist der Ausführungszeitpunkt jedoch der Zeitpunkt, zu dem der jeweilige Emittent/de dessen Depotbank, ein alternativer Abwicklungspartner oder der Systematische Internalisierer den Auftrag gegenüber der Bank abrechnet. Das liegt nicht im Einflussbereich der FFB.
Gerade bei ETFs sollten Anleger zusätzlich berücksichtigen, dass Kauf- und Verkaufskurse eines ETFs marktbedingt voneinander abweichen können.
Praxisbeispiel: Warum 10 Minuten „zu spät“ ein anderes Ergebnis bedeuten können
Angenommen, Sie erteilen eine ETF-Sammelorder um 10:50 Uhr. Dann wird diese nicht mehr in die Sammelorder um 10:45 Uhr aufgenommen, sondern erst in die nächste Bündelung um 16:00 Uhr. Zwischen 10:50 und dem späteren Ausführungszeitfenster kann sich der Marktpreis verändern – positiv oder negativ. Genau deshalb ist der Cut-Off hier für die Erwartungshaltung („Welcher Kurs könnte es werden?“) so entscheidend.
Worauf Anleger bei der FFB konkret achten sollten
Erstens: Prüfen Sie bei ETFs, ob Sammelorder oder Direkthandel besser zu Ihrem Ziel passt (Planbarkeit vs. Sammelabwicklung). Zweitens: Planen Sie Ihre Orders an Bankgeschäftstagen ein, da der Service nur dann zur Verfügung steht. Drittens: Machen Sie sich bewusst, dass der Preis-/Abrechnungstag von der Abrechnung durch den jeweiligen Partner abhängt und nicht allein von Ihrer Eingabezeit.
PROfinance: Depotkosten senken, Prozesse nutzen – ohne Depotwechsel-Zwang
Wer seine Fondsanlage langfristig optimieren will, kann neben dem richtigen Timing auch die laufenden Kosten prüfen. Bei PROfinance erhalten Anleger Fonds ohne Ausgabeaufschlag sowie eine Rückerstattung der Bestandsprovision (Fonds-Cashback). Zusätzlich gibt es eine Treueprämie ab 10.000 € und ein Bonusprogramm ab 50.000 € (allein oder im Team). Ein Betreuerwechsel ohne Depotwechsel ist möglich, und es entstehen keine Gebühren durch PROfinance.
Tipp: Cut-Off gezielt nutzen – und Konditionen gleich mit prüfen
Wenn Sie Wert auf planbare ETF-Preise legen, kann der ETF-Direkthandel (innerhalb des vorgesehenen Zeitfensters) sinnvoll sein; wenn Sie eher „einfach ausführen lassen“ möchten, ist die ETF-Sammelorder mit festen Orderschlusszeiten oft ausreichend. Unabhängig davon lohnt sich ein Kostencheck: Über die Konditionsabfrage können Sie prüfen, ob sich Ihre Depotkonditionen und laufenden Fondskosten verbessern lassen.
Fazit: Cut-Off entscheidet nicht über „schnell“, sondern über „zu welchem Prozess“
Bei der FFB sind Orderschlusszeiten ein zentraler Hebel, um die eigene Erwartung an Preis und Abwicklung realistisch zu steuern: Bei Fonds wirkt Cut-Off vor allem auf das Preisdatum (NAV-Prozess), bei ETFs ist die Wahl zwischen Sammelorder (10:45/16:00) und Direkthandel (09:00–17:30) entscheidend. Wer Cut-Off versteht, reduziert Überraschungen bei der Abrechnung – und kann Transaktionen bewusster platzieren.
FAQ: Orderschlusszeiten (Cut-Off) bei der FFB verständlich erklärt
Was bedeutet „Cut-Off“ im FFB-Depot konkret?
Cut-Off ist der Annahme-/Bündelungszeitpunkt, bis zu dem ein Auftrag eingehen muss, damit er in den nächsten Verarbeitungsschritt gelangt (z. B. nächste ETF-Sammelorder). Der tatsächliche Ausführungszeitpunkt hängt von der Abrechnung durch den jeweiligen Partner ab.
Welche Orderschlusszeiten gelten bei der FFB für ETF-Sammelorders?
Die FFB erstellt an Bankgeschäftstagen ETF-Sammelorders zu 10:45 Uhr und 16:00 Uhr und leitet diese zur Ausführung an den Systematischen Internalisierer weiter.
Ist der Kurs beim ETF-Direkthandel garantiert?
Sie sehen vor Abgabe einen Ausführpreis und erteilen einen weisungsgebundenen Auftrag. In seltenen Fällen kann der Handelspartner bei einem offenkundig nicht marktgerechten Preis („Mistrade“) das Geschäft anfechten; zudem sind Ausnahmefälle möglich, in denen eine Ausführung abgelehnt wird (z. B. Aussetzung des Handels, höhere Gewalt).