Warum klassisches Sparen heute oft Kaufkraft kostet, obwohl der Kontostand gleich bleibt

Wie Inflation den realen Wert von Geld verändert und warum sichere Konten nicht automatisch echten Werterhalt bedeuten

Auf den ersten Blick wirkt klassisches Sparen beruhigend. Das Geld liegt auf dem Konto, der Betrag bleibt sichtbar erhalten und vielleicht kommen sogar Zinsen dazu. Genau deshalb empfinden viele Anleger Tagesgeld, Sparbuch oder Girokonto als besonders sicher.

Doch diese Sicherheit hat eine Schwachstelle: Sie zeigt nur den nominalen Betrag. Entscheidend ist aber nicht allein, wie viele Euro auf dem Konto stehen. Entscheidend ist, was man sich von diesen Euro später noch kaufen kann.

Hier kommt die Inflation ins Spiel. Sie sorgt dafür, dass Preise steigen und Geld an Kaufkraft verliert. Wer diesen Effekt unterschätzt, kann trotz stabilem Kontostand real Vermögen verlieren.

Dieser Beitrag erklärt ausführlich, warum klassisches Sparen heute oft Kaufkraft kostet, wie sich der Unterschied zwischen Kontostand und realem Wert zeigt und welche Rolle Tagesgeld, Zinsen, Werterhalt und moderne Sparstrategien dabei spielen.

Warum der Kontostand nicht die ganze Wahrheit zeigt

Viele Menschen bewerten ihr Erspartes anhand des Kontostands. Wenn dort 10.000 Euro stehen, fühlt sich das nach 10.000 Euro Sicherheit an. Das ist verständlich, aber unvollständig.

Der Kontostand zeigt nur den Geldbetrag. Er zeigt nicht, wie sich Preise verändern und wie viel Kaufkraft dieser Betrag in Zukunft noch hat.

Der Unterschied lässt sich einfach zusammenfassen:

  • Nominalwert: Der Betrag, der auf dem Konto steht.
  • Realwert: Die Kaufkraft, die dieser Betrag tatsächlich hat.
  • Inflation: Der Preisanstieg, der den Realwert des Geldes senken kann.
  • Realzins: Die Verzinsung nach Abzug der Inflation.

Genau dieser Unterschied ist zentral. Ein stabiler Kontostand kann sich sicher anfühlen, obwohl der reale Wert des Geldes schrittweise sinkt.

Was Inflation für Sparer bedeutet

Inflation bedeutet, dass Waren und Dienstleistungen im Durchschnitt teurer werden. Im Alltag zeigt sich das beim Einkauf, bei Restaurantbesuchen, Energiepreisen, Versicherungen, Mieten oder Dienstleistungen.

Für Sparer ist Inflation besonders tückisch, weil sie nicht direkt auf dem Kontoauszug erscheint. Das Geld verschwindet nicht sichtbar. Es verliert nur langsam an Kaufkraft.

Typische Alltagseffekte von Inflation sind:

  • Lebensmittel kosten mehr als früher.
  • Dienstleistungen werden teurer.
  • Mieten und Nebenkosten können steigen.
  • Freizeit und Mobilität belasten das Budget stärker.
  • Rücklagen reichen später für weniger aus.

Inflation ist deshalb nicht nur ein abstrakter Prozentwert. Sie entscheidet ganz praktisch darüber, wie weit das eigene Geld im Alltag reicht.

Warum 10.000 Euro nicht immer 10.000 Euro wert bleiben

Ein Betrag von 10.000 Euro bleibt rechnerisch gleich, solange nichts abgehoben wird. Trotzdem kann sein Wert sinken. Der Grund ist die Preisentwicklung.

Wenn Preise über Jahre steigen, braucht man später mehr Geld, um denselben Lebensstandard zu finanzieren. Das bedeutet: Der gleiche Kontostand hat weniger Wirkung.

Die folgende Tabelle zeigt den Unterschied zwischen sichtbarem Betrag und Kaufkraft:

Situation Was sichtbar bleibt Was sich verändert
Geld liegt auf dem Konto Der Kontostand bleibt gleich Die Kaufkraft kann sinken
Preise steigen Der Betrag wirkt unverändert Man kann sich weniger leisten
Zinsen sind niedrig Das Guthaben wächst kaum Inflation kann den realen Wert überholen
Inflation liegt über dem Zins Nominal bleibt Geld vorhanden Real entsteht Kaufkraftverlust

Diese Unterscheidung erklärt, warum klassisches Sparen trotz Sicherheit langfristig an Grenzen stoßen kann.

Warum Zinsen nur helfen, wenn sie die Inflation schlagen

Zinsen können helfen, Kaufkraftverluste abzumildern. Sie sind aber nur dann wirklich ausreichend, wenn sie über der Inflation liegen. Liegt der Zinssatz darunter, wächst der Kontostand zwar möglicherweise nominal, das Geld verliert aber real trotzdem an Wert.

Genau hier entsteht ein häufiger Denkfehler. Viele Anleger sehen einen positiven Zinssatz und gehen davon aus, dass ihr Geld wächst. Tatsächlich zählt aber der Zinssatz nach Inflation.

Die wichtigsten Zusammenhänge sind:

  • Zins unter Inflation: Das Geld verliert real an Kaufkraft.
  • Zins gleich Inflation: Die Kaufkraft bleibt ungefähr erhalten.
  • Zins über Inflation: Es kann realer Vermögenszuwachs entstehen.
  • Nullzins: Inflation wirkt nahezu ungebremst auf die Kaufkraft.

Deshalb reicht es nicht, nur auf den angebotenen Zinssatz zu schauen. Entscheidend ist immer die reale Entwicklung nach Inflation.

Warum die vergangenen Jahre für Sparer ernüchternd waren

Ein Blick auf die Jahre 2015 bis 2024 zeigt, warum klassisches Sparen für viele Anleger schwieriger geworden ist. In den meisten Jahren lag die Inflation über dem durchschnittlichen Zinsniveau.

Die folgende Übersicht zeigt Durchschnittszinsen, Inflation und reale Veränderung. Die Werte dienen der Einordnung und verdeutlichen, warum der reale Vermögenserhalt mit klassischen Sparformen häufig schwierig war.

Jahr Durchschnittszins Inflation Reale Veränderung
2015 0,2 % 0,5 % –0,3 %
2016 0,1 % 0,5 % –0,4 %
2017 0,1 % 1,5 % –1,4 %
2018 0,1 % 1,8 % –1,7 %
2019 0,1 % 1,4 % –1,3 %
2020 0,05 % 0,5 % –0,45 %
2021 0,05 % 3,1 % –3,05 %
2022 0,3 % 6,9 % –6,6 %
2023 1,9 % 5,9 % –4,0 %
2024 2,8 % 2,4 % +0,4 %

Die Tabelle zeigt: Selbst wenn Zinsen wieder steigen, reicht das nicht automatisch aus. Entscheidend ist, ob sie dauerhaft oberhalb der Inflation liegen.

Realzins: Die Kennzahl, die viele Sparer unterschätzen

Der Realzins zeigt, was vom Zinsertrag nach Abzug der Inflation übrig bleibt. Er ist eine der wichtigsten Kennzahlen für Sparer, wird aber oft übersehen.

Ein Beispiel: Wenn ein Konto 2 % Zinsen bietet, die Inflation aber 3 % beträgt, liegt der Realzins ungefähr bei minus 1 %. Das Geld wächst auf dem Papier, verliert aber real an Wert.

Die folgende Tabelle zeigt vereinfachte Beispiele:

Zins Inflation Vereinfachter Realzins Einordnung
0 % 3 % –3 % deutlicher Kaufkraftverlust
1 % 3 % –2 % realer Verlust trotz Zinsen
2 % 3 % –1 % Kaufkraft sinkt weiter
3 % 3 % 0 % Kaufkraft ungefähr erhalten
4 % 3 % +1 % realer Zuwachs möglich

Die Berechnung ist vereinfacht, zeigt aber das Prinzip. Für langfristige Sparentscheidungen ist der Realzins oft wichtiger als der beworbene Nominalzins.

Warum klassische Sparformen trotzdem nicht falsch sind

Klassisches Sparen ist nicht grundsätzlich schlecht. Tagesgeld, Girokonto und kurzfristige Rücklagen erfüllen wichtige Aufgaben. Sie sorgen für Sicherheit, Verfügbarkeit und Handlungsfähigkeit.

Problematisch wird es erst, wenn klassische Sparformen für Ziele genutzt werden, für die sie nicht geeignet sind. Geld für kurzfristige Ausgaben hat andere Anforderungen als Geld für langfristigen Vermögensaufbau.

Klassische Sparformen sind besonders sinnvoll für:

  • Notgroschen für unerwartete Ausgaben
  • kurzfristige Rücklagen für geplante Anschaffungen
  • laufende Liquidität im Alltag
  • Sicherheit bei Geld, das bald benötigt wird
  • Planbarkeit für feste Ausgaben

Die Frage lautet deshalb nicht, ob Tagesgeld sinnvoll ist. Die Frage lautet, für welchen Zweck es eingesetzt wird.

Warum Tagesgeld wichtig bleibt, aber nicht alles leisten kann

Tagesgeld ist ein wichtiger Baustein für finanzielle Stabilität. Es eignet sich für Geld, das kurzfristig verfügbar bleiben soll. Dazu gehören Notgroschen, Rücklagen für Reparaturen oder geplante Ausgaben.

Im Vergleich zu unverzinstem Guthaben auf dem Girokonto kann Tagesgeld eine bessere Zwischenlösung sein. Trotzdem bleibt es meist ein Instrument für Liquidität und nicht für langfristigen Vermögensaufbau.

Tagesgeld erfüllt vor allem diese Aufgaben:

  • schnelle Verfügbarkeit bei unerwarteten Kosten
  • übersichtliche Rücklagenbildung
  • geringere Schwankungen als Wertpapiere
  • bessere Verzinsung als viele Girokonten
  • finanzielle Sicherheit für kurzfristige Zwecke

Sobald Geld jedoch über viele Jahre dort liegen bleibt, wird die Inflation zum entscheidenden Faktor. Dann reicht Tagesgeld allein häufig nicht aus.

Kontostand, Sicherheit und Kaufkraft im direkten Vergleich

Viele Anleger empfinden Kontosparen als sicherer, weil der Wert nicht schwankt. Diese Sicht ist nachvollziehbar, aber nicht vollständig. Sicherheit kann unterschiedlich verstanden werden.

Es gibt die Sicherheit des Nominalbetrags und die Sicherheit der Kaufkraft. Beide sind nicht dasselbe.

Art der Sicherheit Was sie schützt Was sie nicht schützt
Nominale Sicherheit Den sichtbaren Geldbetrag auf dem Konto Die Kaufkraft bei steigenden Preisen
Kurzfristige Liquidität Schnelle Verfügbarkeit Langfristigen Vermögensaufbau
Einlagensicherung Bankguthaben innerhalb gesetzlicher Grenzen Inflationsbedingten Wertverlust
Realer Werterhalt Kaufkraft nach Inflation Schwankungsfreiheit

Diese Unterscheidung ist wichtig. Eine Anlage kann nominal sicher sein und trotzdem real an Wert verlieren.

Ein einfaches Rechenbeispiel zum Kaufkraftverlust

Ein Rechenbeispiel macht den Effekt greifbarer. Angenommen, ein Anleger hält 10.000 Euro über zehn Jahre auf einem Konto. Die Inflation beträgt im Durchschnitt 3 % pro Jahr.

Je nach Zinssatz verändert sich der Kontostand zwar unterschiedlich, die Kaufkraft kann trotzdem sinken.

Zinssatz pro Jahr Kontostand nach 10 Jahren Kaufkraft in heutigem Geld Wertverlust
0 % 10.000 Euro 7.441 Euro –26 %
0,5 % 10.511 Euro 7.821 Euro –22 %
1 % 11.046 Euro 8.219 Euro –18 %
2 % 12.189 Euro 9.070 Euro –9 %
3 % 13.439 Euro 10.000 Euro 0 %

Die Tabelle zeigt: Selbst steigende Kontostände können real weniger wert sein, wenn die Verzinsung nicht ausreicht, um die Inflation auszugleichen.

Warum Werterhalt mehr verlangt als bloßes Zurücklegen

Sparen bedeutet zunächst, Geld nicht auszugeben. Das ist wichtig und bildet die Grundlage jeder Vermögensbildung. Doch Werterhalt geht darüber hinaus.

Werterhalt bedeutet, dass Geld auch nach Inflation möglichst dieselbe Kaufkraft behält. Dafür reicht reines Zurücklegen nicht immer aus.

Für Werterhalt können verschiedene Ansätze eine Rolle spielen:

  • ausreichende Verzinsung oberhalb der Inflation
  • Sachwerte wie Immobilien, Edelmetalle oder Rohstoffe
  • Anleihen mit passendem Chance-Risiko-Profil
  • Immobilienfonds als indirekter Zugang zu Immobilien
  • Rohstoff- oder Edelmetallstrategien über geeignete Wertpapiere
  • breit gestreute Fonds für langfristige Vermögensstrategien

Jede dieser Möglichkeiten hat eigene Risiken. Dennoch zeigt die Übersicht, dass Werterhalt mehr ist als ein stabiler Kontostand.

Warum Sachwerte und Wertpapiere ins Spiel kommen

Wenn es um Kaufkrafterhalt geht, werden häufig Sachwerte genannt. Dazu zählen beispielsweise Immobilien, Edelmetalle, Rohstoffe oder Beteiligungen an Unternehmen.

Nicht jeder Anleger kann oder möchte solche Werte direkt kaufen. Wertpapiere können hier einen Zugang ermöglichen, etwa über Fonds oder ETFs, die verschiedene Märkte oder Anlageklassen abbilden.

Mögliche Zugänge über Wertpapiere sind:

  • Aktienfonds für Unternehmensbeteiligungen
  • ETFs auf breite Aktienmärkte
  • Immobilienfonds für indirekten Immobilienzugang
  • Anleihefonds für verzinsliche Wertpapiere
  • Rohstoffnahe Strategien über geeignete Produkte

Auch solche Anlagen können im Wert fallen. Sie sind keine Garantie gegen Inflation, können aber langfristig andere Chancen bieten als reines Kontosparen.

Warum Wachstum andere Anlageformen braucht

Wer nicht nur Kaufkraft erhalten, sondern Vermögen aufbauen möchte, braucht langfristig Renditen oberhalb der Inflation. Das ist mit klassischen Sparformen nicht immer realistisch.

Wachstum entsteht häufig dort, wo Unternehmen Gewinne erzielen, investieren und wirtschaftliche Werte schaffen. Über Aktien, Aktienfonds oder ETFs können Anleger daran teilhaben.

Für langfristiges Wachstum sind besonders wichtig:

  • ausreichender Anlagehorizont
  • breite Streuung
  • realistische Renditeerwartungen
  • Akzeptanz von Schwankungen
  • Disziplin in schwachen Marktphasen

Wachstum ohne Risiko gibt es nicht. Wer höhere Renditechancen möchte, muss bereit sein, Schwankungen auszuhalten.

Klassisches Sparen und Wertpapiersparen im Vergleich

Klassisches Sparen und Wertpapiersparen erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Sie müssen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Entscheidend ist, welche Aufgabe das jeweilige Geld hat.

Die folgende Tabelle zeigt die Unterschiede vereinfacht:

Merkmal Klassisches Sparen Wertpapiersparen
Hauptzweck Sicherheit und Verfügbarkeit Langfristiger Vermögensaufbau
Ertragsquelle Zinsen Wertentwicklung und Erträge
Schwankungen kaum sichtbar regelmäßig möglich
Inflationsschutz nur bei ausreichend hohen Zinsen langfristig möglich, aber nicht garantiert
Risiko Kaufkraftverlust Kurs- und Marktrisiken
Geeigneter Zeitraum kurzfristig bis mittelfristig eher langfristig

Die Entscheidung hängt also nicht nur von Sicherheit ab. Sie hängt vor allem von Ziel, Zeitraum und Risikobereitschaft ab.

Warum die richtige Kombination entscheidend ist

Ein modernes Sparverhalten setzt nicht alles auf eine Karte. Es kombiniert verschiedene Bausteine, weil Geld unterschiedliche Aufgaben erfüllen muss.

Ein Teil des Geldes sollte kurzfristig verfügbar bleiben. Ein anderer Teil kann auf Werterhalt ausgerichtet sein. Langfristiges Kapital kann stärker auf Wachstum ausgerichtet werden.

Eine mögliche Struktur sieht so aus:

  • Schnell verfügbar bleiben: Notgroschen und kurzfristige Rücklagen auf Tagesgeld.
  • Wert erhalten: breitere Anlagen mit Fokus auf Stabilität und Kaufkraft.
  • Vermögen aufbauen: langfristiges Wertpapiersparen mit Fonds oder ETFs.

So entsteht kein Entweder-oder. Klassisches Sparen und moderne Anlageformen können sich sinnvoll ergänzen.

Typische Fehler beim klassischen Sparen

Klassisches Sparen wirkt einfach. Trotzdem entstehen häufig Fehler, wenn Anleger die Rolle einzelner Sparformen falsch einschätzen.

Besonders problematisch ist es, wenn langfristige Ziele ausschließlich mit kurzfristigen Sparinstrumenten verfolgt werden.

Häufige Fehler sind:

  • zu viel Geld dauerhaft unverzinst liegen lassen
  • Inflation unterschätzen
  • Zinsen ohne Realzins betrachten
  • Tagesgeld mit Vermögensaufbau verwechseln
  • keinen Unterschied zwischen kurzfristigem und langfristigem Geld machen
  • Wertpapiere pauschal wegen Schwankungen meiden

Diese Fehler lassen sich vermeiden, wenn Anleger ihr Geld nach Zweck, Zeitraum und Risiko strukturieren.

PROfinance für Anleger mit langfristigem Fondsfokus

Wer langfristig nicht nur Kaufkraft erhalten, sondern Vermögen aufbauen möchte, sollte neben Anlageklasse und Risiko auch die Kosten im Blick behalten. Gerade bei Fonds können Ausgabeaufschläge und laufende Bestandsprovisionen über viele Jahre eine Rolle spielen.

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Das Modell richtet sich an Anleger, die ihre Investmententscheidungen eigenständig treffen und gleichzeitig auf möglichst effiziente Fondskonditionen achten möchten. Eine individuelle Anlageberatung ist damit nicht verbunden.

Tipp: Erst die Aufgabe des Geldes klären

Bevor Anleger über konkrete Produkte nachdenken, sollten sie eine einfache Frage beantworten: Wofür ist dieses Geld gedacht?

Geld für den nächsten Urlaub, eine Autoreparatur oder den Notfall sollte anders behandelt werden als Kapital für die Altersvorsorge oder den langfristigen Vermögensaufbau.

Wer diese Unterscheidung trifft, erkennt schneller, welche Rolle Tagesgeld, Festgeld, Fonds oder ETFs sinnvoll übernehmen können.

Fazit: Klassisches Sparen bleibt wichtig, reicht aber oft nicht mehr allein

Klassisches Sparen hat weiterhin seinen Platz. Für kurzfristige Rücklagen, Notgroschen und planbare Ausgaben sind sichere Konten sinnvoll. Sie bieten Liquidität und Stabilität.

Für langfristigen Vermögensaufbau reicht diese Strategie jedoch oft nicht aus. Wenn Zinsen die Inflation nicht ausgleichen, verliert Geld trotz stabilem Kontostand an Kaufkraft. Genau dieser reale Wertverlust wird häufig unterschätzt.

Der entscheidende Punkt ist die Unterscheidung zwischen nominaler Sicherheit und realem Werterhalt. Ein Konto kann sicher wirken, aber trotzdem Kaufkraft verlieren.

Modernes Sparen bedeutet deshalb, klassische Rücklagen bewusst einzusetzen und langfristiges Kapital breiter zu denken. Wer Inflation, Realzins und Kaufkraft versteht, kann bessere Entscheidungen treffen und sein Geld passend zu Ziel und Zeitraum strukturieren.

FAQ: Häufige Fragen zu Kaufkraftverlust und klassischem Sparen

Warum kann klassisches Sparen Kaufkraft kosten?
Klassisches Sparen kann Kaufkraft kosten, wenn die Zinsen niedriger sind als die Inflation. Der Kontostand bleibt dann zwar stabil oder wächst leicht, aber die Preise steigen stärker. Dadurch kann man sich später weniger leisten.

Was ist der Unterschied zwischen Kontostand und Kaufkraft?
Der Kontostand zeigt den nominalen Betrag in Euro. Die Kaufkraft zeigt, was man sich mit diesem Betrag tatsächlich kaufen kann. Wenn Preise steigen, sinkt die Kaufkraft auch dann, wenn der Kontostand gleich bleibt.

Was bedeutet Inflation für mein Erspartes?
Inflation bedeutet, dass Waren und Dienstleistungen teurer werden. Für Erspartes heißt das: Wenn das Geld nicht mindestens im gleichen Maß wächst, verliert es real an Wert.

Warum helfen Zinsen nicht immer gegen Inflation?
Zinsen helfen nur dann vollständig, wenn sie mindestens so hoch sind wie die Inflation. Liegt der Zinssatz darunter, entsteht ein negativer Realzins. Das Guthaben kann nominal steigen, verliert aber real Kaufkraft.

Was ist ein negativer Realzins?
Ein negativer Realzins entsteht, wenn die Inflation höher ist als der Zinsertrag. Beispiel: Ein Konto bringt 2 % Zinsen, die Inflation liegt aber bei 3 %. Dann verliert das Geld vereinfacht rund 1 % Kaufkraft.

Ist Tagesgeld trotz Inflation sinnvoll?
Ja. Tagesgeld ist sinnvoll für Notgroschen, kurzfristige Rücklagen und Geld, das jederzeit verfügbar sein soll. Für langfristigen Vermögensaufbau ist Tagesgeld allein jedoch häufig nicht ausreichend.

Warum ist Kaufkraftverlust weniger sichtbar als Kursverlust?
Ein Kursverlust im Depot ist sofort sichtbar. Kaufkraftverlust entsteht dagegen langsam durch steigende Preise. Der Kontostand bleibt gleich, aber der reale Wert sinkt schrittweise.

Sollte man wegen Inflation alles in Wertpapiere investieren?
Nein. Nicht jedes Geld sollte investiert werden. Kurzfristige Rücklagen sollten sicher und verfügbar bleiben. Wertpapiere können für langfristige Ziele interessant sein, bringen aber Kursschwankungen und Verlustrisiken mit sich.

Welche Alternativen gibt es zum klassischen Sparen?
Je nach Ziel können Anleihen, Sachwerte, Fonds, ETFs oder andere Wertpapierlösungen infrage kommen. Jede Anlageform hat eigene Chancen und Risiken. Entscheidend ist, ob sie zum Anlagehorizont und zur Risikobereitschaft passt.

Wie kann ich mein Geld besser vor Kaufkraftverlust schützen?
Wichtig ist eine klare Aufteilung: kurzfristige Rücklagen sicher halten, mittelfristige Ziele passend planen und langfristiges Kapital nicht dauerhaft unverzinst liegen lassen. Eine breite Streuung kann helfen, Risiken besser zu verteilen.

Warum ist der Anlagehorizont so wichtig?
Der Anlagehorizont bestimmt, wie viel Schwankung tragbar ist. Geld, das bald benötigt wird, sollte sicherer liegen. Kapital, das langfristig nicht gebraucht wird, kann stärker auf Werterhalt oder Wachstum ausgerichtet werden.

Was ist die wichtigste Erkenntnis beim klassischen Sparen?
Die wichtigste Erkenntnis lautet: Sicherheit hat mehrere Dimensionen. Ein stabiler Kontostand schützt vor Kursschwankungen, aber nicht automatisch vor Kaufkraftverlust. Deshalb sollten Sparer immer auch den realen Wert ihres Geldes betrachten.

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