Wie Durchschnittszinsen, Inflationsraten und Realzins zusammenwirken und warum Kaufkraft für Sparer wichtiger ist als der Kontostand
Mehr Geld auf dem Konto fühlt sich zunächst gut an. Wenn Zinsen gutgeschrieben werden und der Kontostand steigt, entsteht schnell der Eindruck, dass das Vermögen wächst. Für viele Sparer ist genau das der vertraute Gedanke hinter klassischem Sparen: Geld liegen lassen, Zinsen erhalten und Schritt für Schritt mehr Guthaben aufbauen.
Doch diese Rechnung ist nur vollständig, wenn auch die Inflation berücksichtigt wird. Denn entscheidend ist nicht allein, wie viele Euro auf dem Konto stehen. Entscheidend ist, wie viel Kaufkraft diese Euro tatsächlich haben. Wenn Preise stärker steigen als das Guthaben wächst, kann ein Anleger trotz höherem Kontostand real ärmer werden.
Genau deshalb ist der Unterschied zwischen Nominalzins und Realzins so wichtig. Der Nominalzins zeigt, wie stark das Guthaben auf dem Konto wächst. Der Realzins zeigt, was nach Abzug der Inflation tatsächlich übrig bleibt.
Dieser Beitrag erklärt ausführlich, warum Zinsen allein nicht ausreichen, wie Inflation den realen Wert von Geld verändert, warum Durchschnittszinsen oft weniger aussagen als viele denken und weshalb mehr Guthaben nicht automatisch mehr Vermögen bedeutet.
Warum mehr Guthaben nicht automatisch mehr Kaufkraft bedeutet
Viele Sparer schauen zuerst auf den Kontostand. Das ist nachvollziehbar, denn er ist sichtbar, eindeutig und leicht zu vergleichen. Wenn aus 10.000 Euro nach einiger Zeit 10.200 Euro werden, sieht das nach einem Fortschritt aus.
Der entscheidende Punkt ist jedoch: Der Kontostand zeigt nur den nominalen Betrag. Er zeigt nicht, ob die Preise in der Zwischenzeit stärker gestiegen sind.
Für die Einordnung sind drei Begriffe besonders wichtig:
- Guthaben: Der Betrag, der sichtbar auf dem Konto steht.
- Zinsen: Der Betrag, um den das Guthaben nominal wächst.
- Inflation: Der Preisanstieg, der die Kaufkraft des Geldes senkt.
- Kaufkraft: Das, was man sich mit dem vorhandenen Geld tatsächlich leisten kann.
Erst wenn Guthaben, Zinsen und Inflation gemeinsam betrachtet werden, lässt sich beurteilen, ob Vermögen wirklich gewachsen ist.
Nominalzins und Realzins: Der entscheidende Unterschied
Der Nominalzins ist der Zinssatz, den eine Bank oder ein Sparprodukt ausweist. Er zeigt, wie stark das Guthaben vor Inflation wächst. Für die reale Vermögensentwicklung reicht diese Information jedoch nicht aus.
Der Realzins berücksichtigt zusätzlich die Inflation. Er zeigt, ob der Sparer nach Preissteigerungen tatsächlich Kaufkraft gewonnen oder verloren hat.
Vereinfacht lässt sich der Zusammenhang so darstellen:
| Begriff | Bedeutung | Warum er wichtig ist |
|---|---|---|
| Nominalzins | Ausgewiesener Zinssatz vor Inflation | Zeigt, wie stark das Guthaben rechnerisch wächst |
| Inflation | Durchschnittlicher Preisanstieg | Senkt die Kaufkraft des Geldes |
| Realzins | Zins nach Abzug der Inflation | Zeigt die tatsächliche Vermögensentwicklung |
| Kaufkraft | Realer Gegenwert des Geldes | Entscheidet, was man sich später leisten kann |
Für Sparer ist deshalb nicht der höchste sichtbare Zinssatz allein entscheidend, sondern die Frage, ob dieser Zinssatz die Inflation ausgleicht.
Warum Inflation den Zinsvorteil auffressen kann
Inflation wirkt wie ein stiller Gegenspieler der Zinsen. Während Zinsen den Kontostand erhöhen, senkt Inflation den realen Wert dieses Guthabens. Beide Effekte laufen gleichzeitig.
Wenn der Zinssatz höher ist als die Inflation, kann realer Vermögenszuwachs entstehen. Wenn die Inflation höher ist als der Zinssatz, verliert das Geld trotz Zinsgutschrift an Kaufkraft.
Die wichtigsten Fälle im Überblick:
- Zins niedriger als Inflation: Das Guthaben wächst nominal, verliert aber real an Wert.
- Zins gleich Inflation: Die Kaufkraft bleibt ungefähr stabil.
- Zins höher als Inflation: Ein realer Vermögenszuwachs ist möglich.
- kein Zins bei Inflation: Der Kaufkraftverlust wirkt besonders deutlich.
Deshalb kann ein Konto mit Zinsen trotzdem real enttäuschen, wenn die Inflation stärker wirkt als der Zinsertrag.
Die vergangenen Jahre: Warum Durchschnittszinsen oft nicht gereicht haben
Ein Blick auf die Jahre 2015 bis 2024 zeigt, warum viele klassische Sparformen für den realen Vermögenserhalt schwierig waren. In fast allen Jahren lag die Inflation über dem durchschnittlichen Zinsniveau.
Die folgende Tabelle zeigt Durchschnittszinsen, Inflationsraten und die vereinfachte reale Veränderung. Sie macht deutlich, warum ein positiver Zinssatz nicht automatisch Kaufkrafterhalt bedeutet.
| Jahr | Durchschnittszins | Inflation | Reale Veränderung |
|---|---|---|---|
| 2015 | 0,2 % | 0,5 % | –0,3 % |
| 2016 | 0,1 % | 0,5 % | –0,4 % |
| 2017 | 0,1 % | 1,5 % | –1,4 % |
| 2018 | 0,1 % | 1,8 % | –1,7 % |
| 2019 | 0,1 % | 1,4 % | –1,3 % |
| 2020 | 0,05 % | 0,5 % | –0,45 % |
| 2021 | 0,05 % | 3,1 % | –3,05 % |
| 2022 | 0,3 % | 6,9 % | –6,6 % |
| 2023 | 1,9 % | 5,9 % | –4,0 % |
| 2024 | 2,8 % | 2,4 % | +0,4 % |
Die Übersicht zeigt: Nur weil es Zinsen gibt, ist das Geld nicht automatisch real geschützt. Entscheidend ist der Vergleich mit der Inflationsrate.
Warum ein positives Jahr nicht automatisch die Trendwende bedeutet
In der Tabelle fällt auf, dass 2024 erstmals wieder eine leicht positive reale Veränderung sichtbar wird. Das kann für Sparer erfreulich sein, sollte aber nicht überbewertet werden.
Ein einzelnes Jahr sagt wenig darüber aus, ob klassisches Sparen langfristig wieder zuverlässig Kaufkraft erhält. Entscheidend ist, ob Zinsen über viele Jahre hinweg dauerhaft über der Inflation liegen.
Für Anleger sind daher vor allem diese Fragen wichtig:
- Wie stabil bleibt das Zinsniveau?
- Wie entwickelt sich die Inflation künftig?
- Wie lange liegt das Geld auf dem Konto?
- Welche reale Rendite bleibt nach Inflation übrig?
- Passt die Sparform zum Anlageziel?
Ein kurzfristig besseres Zinsumfeld ersetzt deshalb keine langfristige Strategie. Gerade bei mehrjährigen Zielen bleibt der Realzins entscheidend.
Rechenbeispiel: Wie Zinsen und Inflation zusammenwirken
Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt, warum mehr Guthaben nicht automatisch mehr Vermögen bedeutet. Ausgangspunkt sind 10.000 Euro, die zehn Jahre lang angelegt bleiben. Die Inflation wird vereinfacht mit 3 % pro Jahr angenommen.
Je nach Zinssatz steigt der Kontostand unterschiedlich stark. Die Kaufkraft in heutigem Geld kann jedoch trotzdem deutlich sinken.
| Zinssatz pro Jahr | Kontostand nach 10 Jahren | Kaufkraft in heutigem Geld | Wertverlust |
|---|---|---|---|
| 0 % | 10.000 Euro | 7.441 Euro | –26 % |
| 0,5 % | 10.511 Euro | 7.821 Euro | –22 % |
| 1 % | 11.046 Euro | 8.219 Euro | –18 % |
| 2 % | 12.189 Euro | 9.070 Euro | –9 % |
| 3 % | 13.439 Euro | 10.000 Euro | 0 % |
Die Tabelle zeigt deutlich: Selbst ein wachsender Kontostand kann real weniger wert sein, wenn die Inflation stärker wirkt als die Verzinsung.
Warum 3 % Zinsen nicht automatisch viel sind
Ein Zinssatz von 3 % klingt nach einer soliden Verzinsung, besonders wenn Anleger lange kaum Zinsen erhalten haben. Doch auch hier gilt: Die Aussagekraft hängt von der Inflation ab.
Bei einer Inflation von 3 % gleichen 3 % Zinsen vereinfacht nur den Kaufkraftverlust aus. Real entsteht dann kaum zusätzlicher Vermögenszuwachs.
Die Einordnung hängt deshalb immer vom Umfeld ab:
- 3 % Zins bei 1 % Inflation können real attraktiv sein.
- 3 % Zins bei 3 % Inflation erhalten ungefähr die Kaufkraft.
- 3 % Zins bei 5 % Inflation bedeuten real Kaufkraftverlust.
- 0 % Zins bei 3 % Inflation führt zu deutlichem realem Wertverlust.
Deshalb sollte kein Zinssatz isoliert betrachtet werden. Ohne Inflationsvergleich bleibt unklar, was er tatsächlich wert ist.
Warum Durchschnittszinsen oft wenig über individuelle Angebote sagen
Durchschnittszinsen zeigen, wie sich das Zinsniveau insgesamt entwickelt hat. Sie sind hilfreich für den Überblick, ersetzen aber nicht den Blick auf konkrete Angebote.
Ein einzelnes Tagesgeldkonto, Festgeldangebot oder Sparprodukt kann über oder unter dem Durchschnitt liegen. Außerdem können Zinssätze zeitlich befristet sein oder nur für Neukunden gelten.
Bei der Bewertung von Zinsangeboten sollten Anleger deshalb prüfen:
- Wie lange gilt der Zinssatz?
- Gilt er nur für Neukunden?
- Gibt es Höchstbeträge?
- Wie schnell kann der Zinssatz angepasst werden?
- Wie hoch ist die Inflation im selben Zeitraum?
- Welche reale Rendite bleibt übrig?
Ein attraktiver Nominalzins kann sinnvoll sein, muss aber immer im Zusammenhang mit Laufzeit, Bedingungen und Inflation betrachtet werden.
Warum Tagesgeld bei Zinsen und Inflation eine besondere Rolle spielt
Tagesgeld wird häufig als flexible Sparform genutzt. Es bietet in der Regel mehr Zinsen als ein unverzinstes Girokonto und bleibt gleichzeitig kurzfristig verfügbar.
Diese Flexibilität macht Tagesgeld wichtig für Notgroschen und kurzfristige Rücklagen. Es ist jedoch nicht automatisch die beste Lösung für langfristigen Vermögensaufbau.
Tagesgeld eignet sich vor allem für:
- Notfallreserven
- kurzfristig geplante Ausgaben
- finanzielle Sicherheit im Alltag
- Zwischenparken von Geld
- Liquidität ohne Kursschwankungen
Für langfristige Ziele ist entscheidend, ob Tagesgeld über Jahre hinweg eine reale Rendite liefern kann. Genau das ist bei Inflation oft schwierig.
Festgeld und Sparbriefe: Planbarer Zins, aber nicht automatisch realer Gewinn
Festgeld und Sparbriefe bieten im Vergleich zu Tagesgeld häufig mehr Planbarkeit. Der Zinssatz ist für einen bestimmten Zeitraum festgelegt. Das kann für Anleger attraktiv sein, die Sicherheit und Kalkulierbarkeit suchen.
Auch hier gilt jedoch: Ein fester Zinssatz schützt nur dann real, wenn er die Inflation im Anlagezeitraum ausgleicht oder übertrifft.
Bei Festgeld sollten Anleger besonders beachten:
- Laufzeitbindung des Kapitals
- Inflationsentwicklung während der Laufzeit
- mögliche Opportunitätskosten
- fehlende Flexibilität bei steigenden Zinsen
- Realzins nach Inflation
Festgeld kann sinnvoll sein, wenn Zeitraum und Ziel klar sind. Für langfristigen Vermögensaufbau bleibt aber auch hier die reale Rendite entscheidend.
Warum Kaufkraftentwicklung für langfristige Ziele entscheidend ist
Bei kurzfristigen Rücklagen steht Verfügbarkeit im Vordergrund. Bei langfristigen Zielen ist Kaufkraftentwicklung wesentlich wichtiger. Das gilt etwa für Altersvorsorge, Vermögensaufbau oder größere Ziele in vielen Jahren.
Über lange Zeiträume können selbst scheinbar kleine Inflationsraten große Wirkung entfalten. Ein jährlicher Kaufkraftverlust wirkt nicht nur einmal, sondern Jahr für Jahr.
Besonders betroffen sind Ziele wie:
- Altersvorsorge
- langfristiger Vermögensaufbau
- Ausbildungskosten für Kinder
- Immobilienrücklagen
- finanzielle Freiheit im Ruhestand
Je länger der Zeitraum ist, desto stärker sollte nicht nur die Sicherheit des Betrags, sondern auch seine reale Kaufkraft betrachtet werden.
Warum Inflation schleichender wirkt als ein Kursverlust
Ein Kursverlust im Depot ist sofort sichtbar. Wenn ein Fonds oder ETF fällt, sieht der Anleger den Rückgang direkt. Inflation wirkt anders. Sie reduziert den Wert des Geldes langsam und indirekt.
Gerade deshalb wird Inflation häufig unterschätzt. Sie erzeugt keinen plötzlichen roten Depotwert, sondern zeigt sich erst beim Einkaufen, Wohnen oder Bezahlen von Dienstleistungen.
Inflation ist für Sparer besonders tückisch, weil:
- sie schrittweise wirkt
- sie nicht direkt auf dem Kontoauszug erscheint
- sie über Jahre große Wirkung entfalten kann
- sie nominale Sicherheit nicht zerstört, aber reale Kaufkraft mindert
- sie häufig erst im Alltag auffällt
Deshalb kann ein unverändertes Guthaben trügerisch beruhigend wirken. Der reale Verlust entsteht leise.
Warum mehr Vermögen immer real gedacht werden sollte
Vermögen sollte nicht nur in Eurobeträgen betrachtet werden. Entscheidend ist, welche Möglichkeiten das Vermögen bietet. Kann es künftige Ausgaben decken? Erhält es Lebensstandard? Schützt es vor Preissteigerungen?
Ein steigender Kontostand ist hilfreich, aber nur dann wirklich wertvoll, wenn auch die Kaufkraft erhalten bleibt oder wächst.
Für die reale Vermögensbetrachtung sind besonders wichtig:
- Inflation über den gesamten Anlagezeitraum
- Realzins statt nur Nominalzins
- Kaufkraft des später verfügbaren Geldes
- Anlageziel und Zeithorizont
- Risikobereitschaft bei Alternativen
Wer Vermögen real betrachtet, trifft häufig andere Entscheidungen als jemand, der nur auf den Kontostand achtet.
Welche Rolle Wertpapiere beim Ausgleich von Inflation spielen können
Wertpapiere sind keine Garantie gegen Inflation. Sie können im Wert schwanken und Verluste verursachen. Trotzdem spielen sie bei langfristigen Strategien häufig eine wichtige Rolle.
Der Grund: Unternehmen können langfristig Umsätze, Preise, Gewinne und Vermögenswerte entwickeln. Über Aktienfonds oder ETFs können Anleger daran beteiligt sein.
Wertpapiere können langfristig interessant sein, wenn Anleger:
- ausreichend Zeit mitbringen
- Schwankungen aushalten können
- breit gestreut investieren
- realistische Erwartungen haben
- nicht kurzfristig auf das Geld angewiesen sind
Für kurzfristige Rücklagen bleiben sichere Konten wichtig. Für langfristige Kaufkraftentwicklung können Wertpapiere jedoch eine sinnvolle Ergänzung sein.
Zinsen, Inflation und Wertpapiere im Vergleich
Zinsen, Inflation und Wertpapiere erfüllen unterschiedliche Funktionen. Deshalb sollten Anleger nicht nur nach der scheinbar sichersten Lösung suchen, sondern nach der passenden Lösung für das jeweilige Ziel.
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen:
| Bereich | Stärke | Schwäche | Geeignete Rolle |
|---|---|---|---|
| Tagesgeld | Verfügbarkeit und Stabilität | oft begrenzte reale Rendite | Notgroschen und kurzfristige Rücklagen |
| Festgeld | Planbarer Zinsertrag | Bindung und Inflationsrisiko | planbare mittelfristige Ziele |
| Klassisches Sparen | einfach und vertraut | Kaufkraftverlust bei negativem Realzins | Sicherheitsbaustein |
| Wertpapiersparen | langfristige Renditechancen | Kursschwankungen und Verlustrisiken | langfristiger Vermögensaufbau |
Die passende Strategie hängt deshalb von Ziel, Zeitraum, Risikotoleranz und benötigter Verfügbarkeit ab.
Typische Fehler beim Blick auf Zinsen und Inflation
Viele Fehleinschätzungen entstehen, weil Zinsen isoliert betrachtet werden. Ein hoher Zinssatz klingt attraktiv, aber ohne Inflationsvergleich bleibt die Aussage unvollständig.
Besonders häufig sind diese Fehler:
- Nominalzins mit realer Rendite verwechseln
- Inflation bei langfristigen Zielen unterschätzen
- nur auf den Kontostand achten
- ein einzelnes gutes Zinsjahr überbewerten
- Tagesgeld als langfristige Vermögensstrategie nutzen
- Kaufkraftentwicklung nicht berechnen
Wer diese Fehler vermeidet, kann Zinsangebote realistischer bewerten und sein Geld besser nach Zweck und Zeitraum strukturieren.
PROfinance für Anleger mit langfristigem Fondsfokus
Wer neben sicheren Rücklagen auch langfristig Vermögen aufbauen möchte, sollte nicht nur Zinsen und Inflation beachten. Auch Kosten spielen bei Fondsanlagen eine wichtige Rolle. Ausgabeaufschläge, laufende Bestandsprovisionen und Depotkonditionen können über viele Jahre Einfluss auf das Ergebnis haben.
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Das Modell richtet sich an Anleger, die ihre Investmententscheidungen eigenständig treffen und gleichzeitig auf möglichst effiziente Fondskonditionen achten möchten. Eine individuelle Anlageberatung ist damit nicht verbunden.
Tipp: Zinsen immer nach Inflation beurteilen
Ein Zinsangebot sollte nie isoliert bewertet werden. Entscheidend ist, was nach Inflation übrig bleibt. Erst daraus ergibt sich, ob ein Angebot real Vermögen erhält oder nur den Kaufkraftverlust abmildert.
Praktisch bedeutet das: Wer ein Tagesgeld- oder Festgeldangebot prüft, sollte nicht nur auf den beworbenen Zinssatz achten. Wichtig sind auch Laufzeit, Bedingungen, Inflation und die Frage, wofür das Geld gedacht ist.
Für kurzfristige Rücklagen kann ein niedriger Realzins akzeptabel sein, weil Sicherheit und Verfügbarkeit im Vordergrund stehen. Für langfristige Ziele sollte die reale Kaufkraftentwicklung stärker gewichtet werden.
Fazit: Mehr Guthaben ist erst dann mehr Vermögen, wenn die Kaufkraft steigt
Zinsen können beim Sparen helfen, aber sie erzählen nur die halbe Geschichte. Entscheidend ist nicht nur, ob der Kontostand steigt, sondern ob die Kaufkraft erhalten bleibt oder wächst.
Inflation kann dafür sorgen, dass Geld trotz Zinsen real an Wert verliert. Genau deshalb ist der Realzins für Sparer so wichtig. Er zeigt, ob nach Preissteigerungen tatsächlich ein Vermögenszuwachs bleibt.
Mehr Guthaben bedeutet nicht automatisch mehr Vermögen. Erst wenn die reale Kaufkraft steigt, entsteht echter finanzieller Fortschritt.
Für moderne Sparer bedeutet das: Tagesgeld und Festgeld bleiben wichtige Bausteine für Sicherheit und Liquidität. Langfristige Ziele sollten jedoch stärker unter dem Gesichtspunkt von Realzins, Kaufkraftentwicklung und möglichen Alternativen betrachtet werden.
FAQ: Häufige Fragen zu Zinsen, Inflation und Realzins
Warum bedeutet mehr Guthaben nicht automatisch mehr Vermögen?
Mehr Guthaben bedeutet nur, dass der nominale Betrag gestiegen ist. Wenn die Preise im gleichen Zeitraum stärker steigen, kann die Kaufkraft trotzdem sinken. Echtes Vermögen sollte deshalb immer real betrachtet werden.
Was ist der Unterschied zwischen Nominalzins und Realzins?
Der Nominalzins ist der ausgewiesene Zinssatz vor Inflation. Der Realzins berücksichtigt zusätzlich die Inflation. Er zeigt, ob nach Preissteigerungen tatsächlich Kaufkraft gewonnen oder verloren wurde.
Warum ist Inflation für Sparer so wichtig?
Inflation senkt die Kaufkraft des Geldes. Wenn Zinsen die Inflation nicht ausgleichen, verliert Erspartes real an Wert. Das betrifft besonders Geld, das über viele Jahre auf niedrig verzinsten Konten liegt.
Was bedeutet negativer Realzins?
Ein negativer Realzins entsteht, wenn die Inflation höher ist als der Zinsertrag. Beispiel: Bei 2 % Zinsen und 3 % Inflation verliert das Geld vereinfacht rund 1 % Kaufkraft.
Reichen 3 % Zinsen aus, um Inflation auszugleichen?
Das hängt von der Inflationsrate ab. Bei 3 % Inflation gleichen 3 % Zinsen die Kaufkraft ungefähr aus. Bei höherer Inflation entsteht trotz 3 % Zinsen ein realer Verlust.
Warum wirken Zinsen manchmal attraktiver, als sie sind?
Zinsen werden meist nominal angegeben. Ohne Blick auf die Inflation wirkt ein Angebot oft besser, als es real ist. Erst der Realzins zeigt, ob tatsächlich Vermögen wächst.
Warum war klassisches Sparen in vielen Jahren real negativ?
In vielen Jahren lagen die Durchschnittszinsen unter der Inflationsrate. Dadurch konnte das Guthaben zwar stabil bleiben oder leicht wachsen, die Kaufkraft sank jedoch trotzdem.
Ist Tagesgeld trotz negativem Realzins sinnvoll?
Ja, für kurzfristige Rücklagen kann Tagesgeld sinnvoll sein. Dort stehen Sicherheit und Verfügbarkeit im Vordergrund. Für langfristigen Vermögensaufbau ist ein negativer Realzins jedoch problematisch.
Was ist besser gegen Inflation: Tagesgeld oder Wertpapiere?
Das hängt vom Ziel ab. Tagesgeld ist für kurzfristige Sicherheit geeignet. Wertpapiere können langfristig höhere Renditechancen bieten, bringen aber Kursschwankungen und Verlustrisiken mit sich.
Wie kann ich die Kaufkraft meines Geldes besser einschätzen?
Hilfreich ist der Vergleich von Zinssatz und Inflation. Wenn die Inflation höher ist als der Zinssatz, sinkt die Kaufkraft. Bei langfristigen Zielen sollte deshalb immer der Realzins betrachtet werden.
Warum ist der Anlagezeitraum so wichtig?
Je länger Geld angelegt bleibt, desto stärker wirkt Inflation. Ein kleiner jährlicher Kaufkraftverlust kann sich über viele Jahre deutlich summieren. Deshalb ist der Zeitraum für die reale Vermögensentwicklung entscheidend.
Was ist die wichtigste Erkenntnis zu Zinsen und Inflation?
Die wichtigste Erkenntnis lautet: Nicht der Kontostand allein zählt, sondern die Kaufkraft. Zinsen sind nur dann wirklich wertvoll, wenn sie die Inflation ausgleichen oder übertreffen.