Fonds-Cashback oder Ausgabeaufschlag sparen: Welcher Vorteil wirkt wann?
Beim Fondskauf können Anleger an zwei unterschiedlichen Stellen sparen: beim Ausgabeaufschlag und durch eine mögliche laufende Rückvergütung. Beide Vorteile werden häufig miteinander verglichen, obwohl sie zu verschiedenen Zeitpunkten wirken.
Der Ausgabeaufschlag kann beim Kauf von Fondsanteilen anfallen. Ein vollständiger Rabatt verhindert diese einmaligen Kaufkosten. Fonds-Cashback setzt dagegen während der Haltedauer an: Gibt der Fondsvermittler einen Teil einer möglichen Bestandsprovision zurück, entsteht eine laufende Rückvergütung. Bei PROfinance heißt der fondsabhängige Anteil Treueprämie.
Für Anleger lautet die entscheidende Frage deshalb nicht unbedingt: Ausgabeaufschlag oder Fonds-Cashback? In vielen Fällen ist es sinnvoller zu prüfen, ob beide Vorteile miteinander kombiniert werden können.
Eine grundlegende Einordnung des Begriffs und der verschiedenen Bestandteile bietet der Beitrag Was ist Fonds-Cashback?.
Was bedeutet es, den Ausgabeaufschlag zu sparen?
Der Ausgabeaufschlag ist ein Aufschlag auf den Anlagebetrag, der beim Erwerb bestimmter Fondsanteile vorgesehen sein kann. Seine Höhe wird üblicherweise als Prozentsatz angegeben.
Bei einem Ausgabeaufschlag von 5 % werden beispielsweise nicht einfach 5 % des Anlagebetrags zusätzlich investiert. Der Aufschlag erhöht vielmehr die Kosten des Fondskaufs beziehungsweise verringert den Betrag, der bei einem vorgegebenen Gesamteinsatz tatsächlich angelegt wird.
Ein Rabatt auf den Ausgabeaufschlag wirkt unmittelbar beim jeweiligen Kauf. Das gilt sowohl für eine Einmalanlage als auch für einzelne Sparplanausführungen. Bei regelmäßig ausgeführten Sparplänen kann ein Ausgabeaufschlag somit wiederholt anfallen, sofern kein entsprechender Rabatt gewährt wird.
Welche Kauf- und Depotkonditionen für Fonds über die FFB angeboten werden, zeigt die Übersicht zum FFB Fondsdepot.
Wie unterscheidet sich Fonds-Cashback davon?
Fonds-Cashback betrifft nicht den Kaufzeitpunkt, sondern den vorhandenen Fondsbestand. Bei vielen aktiv gemanagten Fonds kann der zugeordnete Fondsvermittler eine laufende Bestandsprovision erhalten. Gibt er einen Teil davon an den Kunden zurück, entsteht eine Rückvergütung.
Bei PROfinance wird diese fondsabhängige Rückvergütung als Treueprämie bezeichnet. Ob eine Treueprämie möglich ist und wie hoch der ausgewiesene Satz ausfällt, hängt vom konkreten Fonds und seiner Anteilklasse ab.
Anders als der Rabatt auf den Ausgabeaufschlag kann die Treueprämie über mehrere Jahre wirken. Dafür müssen der Fondsbestand und die geltenden Voraussetzungen weiterhin berücksichtigt werden können. Die Rückvergütung ist daher keine fest garantierte Verzinsung des Depotwerts.
Wie aus einer möglichen Bestandsprovision eine Rückvergütung entstehen kann, erklärt der Beitrag Wie funktioniert Fonds-Cashback?. Die wirtschaftliche Grundlage wird im Beitrag Bestandsprovision und Fonds-Cashback näher eingeordnet.
Ausgabeaufschlag und Fonds-Cashback im direkten Vergleich
| Merkmal | Rabatt auf den Ausgabeaufschlag | Fonds-Cashback beziehungsweise Treueprämie |
|---|---|---|
| Zeitpunkt | Wirkt beim jeweiligen Fondskauf. | Kann während der Haltedauer entstehen. |
| Häufigkeit | Einmalig je Kauf oder Sparplanausführung. | Wiederkehrend, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind. |
| Berechnungsgrundlage | Höhe des jeweiligen Kaufbetrags und des vorgesehenen Ausgabeaufschlags. | Berücksichtigter Fondsbestand und fondsabhängiger Treueprämiensatz. |
| Direkte Wirkung | Senkt die Kosten beim Erwerb von Fondsanteilen. | Gibt einen Teil einer möglichen laufenden Vermittlervergütung zurück. |
| Abhängigkeit | Vom Fonds, Kaufweg und gewährten Kauf-Rabatt. | Vom Fonds, der Anteilklasse, dem Bestand und den geltenden Voraussetzungen. |
| Langfristige Bedeutung | Der Vorteil entsteht jeweils beim Kauf. | Kann sich bei längerer Haltedauer über mehrere Jahre summieren. |
Welcher Vorteil bringt zunächst mehr?
Bei einer größeren Einmalanlage kann ein vollständig eingesparter Ausgabeaufschlag sofort einen deutlich sichtbaren Vorteil schaffen. Beträgt der vorgesehene Ausgabeaufschlag beispielsweise 5 %, ist der Kauf-Rabatt bereits zum Anlagezeitpunkt wirtschaftlich relevant.
Die Treueprämie entwickelt ihre Wirkung dagegen über die Haltedauer. Ihr möglicher Gesamtbetrag hängt davon ab, wie lange der Fonds gehalten wird, wie sich der anrechenbare Fondsbestand entwickelt und welcher Treueprämiensatz für den konkreten Fonds gilt.
Kurzfristig ist der eingesparte Ausgabeaufschlag daher häufig leichter erkennbar. Bei einer langjährigen Fondsanlage kann eine wiederkehrende Rückvergütung jedoch zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Ein vereinfachtes Rechenbeispiel
Die folgende Modellrechnung zeigt lediglich den unterschiedlichen zeitlichen Effekt. Sie verwendet einen konstanten Fondsbestand und einen unveränderten Treueprämiensatz. Wertschwankungen, Käufe, Verkäufe, Steuern und Änderungen der Fondskonditionen werden bewusst nicht berücksichtigt.
| Annahme | Beispielwert |
|---|---|
| Anlagebetrag | 20.000 Euro |
| Vorgesehener Ausgabeaufschlag | 5 % |
| Ersparnis bei 100 % Kauf-Rabatt | 1.000 Euro beim Kauf |
| Angenommene jährliche Treueprämie | 0,40 % des berücksichtigten Fondsbestands |
| Rechnerische Treueprämie pro Jahr | 80 Euro |
Unter diesen vereinfachten Annahmen ergibt sich für die Treueprämie folgende Entwicklung:
| Haltedauer | Eingesparter Ausgabeaufschlag | Rechnerisch addierte Treueprämie |
|---|---|---|
| 1 Jahr | 1.000 Euro | 80 Euro |
| 5 Jahre | 1.000 Euro | 400 Euro |
| 10 Jahre | 1.000 Euro | 800 Euro |
| 15 Jahre | 1.000 Euro | 1.200 Euro |
Das Beispiel zeigt den grundsätzlichen Unterschied: Der Kauf-Rabatt wirkt sofort, während sich eine laufende Rückvergütung über die Jahre summieren kann. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass die Treueprämie nach einer bestimmten Haltedauer immer höher sein muss. Der tatsächliche Vergleich hängt von den konkreten Fondskonditionen und der Entwicklung des Fondsbestands ab.
Wann berücksichtigte Beträge abgerechnet und überwiesen werden, erläutert der Beitrag Wann wird Fonds-Cashback ausgezahlt?.
Warum der Ausgabeaufschlag bei Sparplänen besonders wichtig ist
Bei einer Einmalanlage fällt ein möglicher Ausgabeaufschlag einmal für diesen Kauf an. Bei einem Sparplan werden dagegen regelmäßig neue Fondsanteile erworben. Ohne Kauf-Rabatt kann der Ausgabeaufschlag deshalb bei jeder Sparplanausführung erneut berücksichtigt werden.
Bei einer monatlichen Sparrate von 300 Euro werden innerhalb von zehn Jahren 120 Käufe ausgeführt. Ein vollständiger Rabatt auf den Ausgabeaufschlag kann daher auch bei kleineren regelmäßigen Anlagen einen erheblichen Unterschied machen.
Die mögliche Treueprämie setzt anschließend beim aufgebauten Fondsbestand an. Mit zunehmendem Bestand kann deshalb auch die wirtschaftliche Bedeutung einer laufenden Rückvergütung steigen.
Warum sich beide Vorteile nicht ausschließen
Ein Rabatt auf den Ausgabeaufschlag und eine Treueprämie betreffen unterschiedliche Vergütungsbestandteile. Deshalb können beide Vorteile grundsätzlich nebeneinander bestehen:
- Beim Kauf wird der vorgesehene Ausgabeaufschlag vollständig oder teilweise rabattiert.
- Während der Haltedauer kann für geeignete Fonds zusätzlich eine Treueprämie entstehen.
- Ein möglicher Bonus kann die gesamte Rückvergütung nach den geltenden Voraussetzungen weiter erhöhen.
Für Anleger ist diese Kombination häufig günstiger, als nur auf einen einzelnen Vorteil zu achten. Wer ausschließlich den Ausgabeaufschlag betrachtet, übersieht möglicherweise eine langfristige Rückvergütung. Wer nur auf Fonds-Cashback achtet, kann dagegen unnötige Kaufkosten außer Acht lassen.
Wie Treueprämie und ein möglicher zusätzlicher Bonus zusammenspielen, zeigt der Überblick zu Bonus und Prämien.
Wann ist der Ausgabeaufschlag besonders relevant?
Der Kauf-Rabatt verdient besondere Aufmerksamkeit, wenn regelmäßig oder mit größeren Beträgen in Fonds investiert wird. Das gilt insbesondere bei:
- größeren Einmalanlagen,
- regelmäßigen Sparplänen,
- häufigeren Zukäufen,
- Fonds mit einem vergleichsweise hohen vorgesehenen Ausgabeaufschlag.
Der Vorteil lässt sich unmittelbar berechnen, weil der Anlagebetrag und der vorgesehene Ausgabeaufschlag bekannt sind. Dennoch sollte ein Fonds nicht allein wegen eines hohen Rabatts ausgewählt werden. Entscheidend bleibt, ob er zur eigenständig festgelegten Anlagestrategie des Anlegers passt.
Wann gewinnt die Treueprämie an Bedeutung?
Eine laufende Rückvergütung kann besonders für Anleger relevant sein, die aktiv gemanagte Fonds über einen längeren Zeitraum halten. Mit zunehmender Haltedauer können sich die jährlichen Beträge summieren.
Die mögliche Bedeutung steigt insbesondere:
- bei größeren berücksichtigungsfähigen Fondsbeständen,
- bei langfristiger Haltedauer,
- bei Fonds mit einem höheren ausgewiesenen Treueprämiensatz,
- wenn zusätzlich die Voraussetzungen des PROfinance-Bonusprogramms erfüllt werden.
Die Treueprämie sollte dennoch nicht mit einer sicheren Rendite verwechselt werden. Fondsbestände und Anteilwerte können schwanken. Auch die für einen Fonds geltende Bestandsprovision und damit die mögliche Rückvergütung können sich verändern.
Wie können Anleger beide Vorteile für einen Fonds prüfen?
Der Fondsname allein reicht für einen zuverlässigen Vergleich nicht aus. Ein Fonds kann in mehreren Anteilklassen angeboten werden, für die unterschiedliche Kauf- und Rückvergütungskonditionen gelten.
Mit dem PROfinance Fonds-Check können Anleger anhand von ISIN oder WKN unter anderem prüfen:
- ob der Fonds bei der jeweiligen Partnerbank kaufbar ist,
- welcher Kauf-Rabatt auf den Ausgabeaufschlag ausgewiesen ist,
- ob eine Treueprämie angeboten wird,
- wie hoch der ausgewiesene Treueprämiensatz ist,
- welches gesamte Fonds-Cashback einschließlich eines möglichen Bonus dargestellt wird.
Damit lässt sich für denselben Fonds erkennen, ob sowohl beim Kauf als auch während der Haltedauer Konditionsvorteile bestehen.
Welche Fonds und Anteilklassen grundsätzlich für eine Rückvergütung infrage kommen, erklärt der Beitrag Welche Fonds sind cashbackfähig?.
Welche Vorteile bietet PROfinance Selbstentscheidern?
PROfinance richtet sich an Selbstentscheider, die ihre Fonds eigenständig auswählen. Für entsprechend ausgewiesene Fonds können Anleger von einem 100 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag und zusätzlich von einer fondsabhängigen Treueprämie profitieren.
Die Treueprämie entspricht nach der aktuellen PROfinance-Darstellung einer Rückvergütung von rund 66 % der Bestandsprovision. Abhängig vom Fondsbestand oder dem gemeinsamen Volumen eines Bonus-Teams kann ein zusätzlicher Bonus das gesamte Fonds-Cashback erhöhen.
Die Einzelheiten zu Treueprämie, Bonusstufen und Voraussetzungen finden Sie auf der Seite Bonus & Prämien. Für bestehende oder neue FFB-Depots stellt PROfinance die weiteren Informationen auf der FFB-Seite bereit.
Wie Fonds-Cashback bei einem bereits vorhandenen Depot genutzt werden kann, erläutert der Beitrag Fonds-Cashback für ein bestehendes FFB-Depot. Was bei einem Wechsel des Fondsvermittlers grundsätzlich erhalten bleibt, zeigt der Beitrag FFB-Depot beim Vermittlerwechsel behalten.
Ein Kauf-Rabatt oder eine mögliche Rückvergütung ersetzt keine eigenständige Anlageentscheidung. PROfinance bewertet nicht, ob ein bestimmter Fonds gekauft, gehalten oder verkauft werden sollte.
Fazit: Am besten nicht zwischen beiden Vorteilen wählen
Der Ausgabeaufschlag und die Treueprämie wirken zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Ein vollständiger Kauf-Rabatt senkt die Kosten bei jeder entsprechenden Fondsanlage. Eine Treueprämie kann dagegen während der Haltedauer regelmäßig einen Teil einer möglichen Bestandsprovision zurückgeben.
Welcher Vorteil rechnerisch stärker wirkt, hängt vom Anlagebetrag, dem vorgesehenen Ausgabeaufschlag, dem Fondsbestand, dem Treueprämiensatz und der Haltedauer ab. Bei langfristigen Fondsanlagen kann die laufende Rückvergütung zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Für Anleger ist daher meist nicht die Entscheidung zwischen Ausgabeaufschlag und Fonds-Cashback entscheidend. Sinnvoller ist es zu prüfen, ob für den konkreten Fonds ein vollständiger Kauf-Rabatt und zusätzlich eine Treueprämie angeboten werden.
Häufige Fragen zu Fonds-Cashback und Ausgabeaufschlag
Was ist der wichtigste Unterschied zwischen Ausgabeaufschlag und Fonds-Cashback?
Der Ausgabeaufschlag kann beim Kauf von Fondsanteilen anfallen. Ein Rabatt wirkt deshalb unmittelbar bei der jeweiligen Anlage. Fonds-Cashback entsteht dagegen während der Haltedauer, wenn ein Fondsvermittler einen Teil einer möglichen Bestandsprovision an den Anleger zurückgibt.
Ist der Ausgabeaufschlag nur einmal zu zahlen?
Der Ausgabeaufschlag kann bei jedem einzelnen Fondskauf anfallen. Bei einer Einmalanlage betrifft er diesen einen Kauf. Bei einem Sparplan kann er dagegen bei jeder regelmäßigen Ausführung erneut berücksichtigt werden, sofern kein entsprechender Rabatt gewährt wird.
Kann ich Ausgabeaufschlag sparen und gleichzeitig Fonds-Cashback erhalten?
Ja. Beide Vorteile beziehen sich auf unterschiedliche Zeitpunkte und Vergütungsbestandteile. Ein Fonds kann beim Kauf mit 100 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag angeboten werden und während der Haltedauer zusätzlich eine fondsabhängige Treueprämie ermöglichen.
Was ist langfristig wichtiger: Kauf-Rabatt oder Treueprämie?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Der Kauf-Rabatt wirkt sofort, während sich eine Treueprämie über mehrere Jahre summieren kann. Der tatsächliche Vergleich hängt unter anderem vom Ausgabeaufschlag, der Höhe des Fondsbestands, dem Treueprämiensatz und der Haltedauer ab.
Ist die Treueprämie eine garantierte Rendite?
Nein. Die Treueprämie ist keine feste Verzinsung. Ihre Höhe kann sich verändern, wenn der Fondsbestand, der Anteilwert, die Bestandsprovision oder die geltenden Fondskonditionen angepasst werden.
Warum ist ein Kauf-Rabatt bei Sparplänen wichtig?
Bei einem Sparplan werden regelmäßig neue Fondsanteile gekauft. Ohne Rabatt kann bei jeder Ausführung erneut ein Ausgabeaufschlag anfallen. Ein vollständiger Kauf-Rabatt kann deshalb über viele Sparplanausführungen hinweg Kosten vermeiden.
Erhalten alle Fonds eine Treueprämie?
Nein. Eine Treueprämie setzt voraus, dass für den konkreten Fonds eine entsprechende Rückvergütung ausgewiesen ist. Auch verschiedene Anteilklassen desselben Fonds können unterschiedliche Konditionen haben. ETFs sind nach dem PROfinance-Modell von der Treueprämie ausgeschlossen.
Wie prüfe ich Ausgabeaufschlag und Treueprämie für meinen Fonds?
Am zuverlässigsten erfolgt die Prüfung anhand der ISIN oder WKN. Im PROfinance Fonds-Check werden für den konkreten Fonds und die jeweilige Partnerbank unter anderem Kauf-Rabatt, Treueprämiensatz und gesamtes Fonds-Cashback dargestellt.
Sollte ich einen Fonds allein wegen des Fonds-Cashbacks auswählen?
Nein. Ein Kauf-Rabatt oder eine Treueprämie sind Konditionsvorteile, aber keine Qualitätsmerkmale eines Fonds. Sie sagen nichts darüber aus, ob der Fonds zur persönlichen Anlagestrategie passt oder wie er sich künftig entwickelt.